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Auf dem Weg nach Trier: Die Eifelsteig-Etappen 7 bis 12

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Die ersten 6 Etappen haben wir hinter uns. Schritt für Schritt kommen wir unserem Ziel Trier immer näher, von nun an standen noch gut 150 Kilometer zwischen uns und der ältesten Stadt Deutschlands. Und eine eiskalte Nacht in Kerpen. Auf unseren Zelten war morgens eine dünne Eisschicht und Jannik hatte Angst nicht aus seinem Zelt zu kommen: der Reißverschluss war zugefroren. Aber das war mehr Drama als alles andere – zweimal am Reißverschluss gewackelt und auch Jannik ist putzmunter aus seinem Zelt gekrabbelt…

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Etappe 7: Kerpen nach Müllenborn (19km)

Wir hatten morgens minus 2 Grad, entsprechend schnell haben wir alles zusammengepackt und sind sofort losgelaufen. Den Sonnenaufgang haben wir beim Wandern erlebt. Die Natur hat uns allerdings für die kalte Nacht belohnt, Nebelschwaden über der Eifel und die aufgehende Sonne im Rücken. Im Nachhinein betrachtet gibt es schlimmere Tage…

Vor allem da wir wussten, dass wir eine sehr entspannte Etappe vor uns hatten. Einen einzigen größeren Anstieg zum Rother Kopf mussten wir überstehen. Dort oben haben wir bei strahlendem Sonnenschein kurz in einer Holzliege Pause gemacht und kurze Zeit später waren wir schon am Campingplatz Oosbachtal in Müllenborn angekommen. Dieser Campingplatz liegt nicht (!) auf dem Eifelsteig. Vom offiziellen Weg sind wir ins Tal abgestiegen und nicht ganz bis Gerolstein gelaufen. Um halb eins war die Etappe für uns beendet und wir hatten einen halben Tag Pause!

Ein bisschen Urlaub

So viel Zeit am Campingplatz war auch einmal schön und wir haben die Zeit in der Sonne genossen – das war Urlaub! In der Campingplatz-Kneipe haben wir natürlich auch vorbeigeschaut und ein rüstiger Rentner mit viel Humor führt den Campingplatz liebevoll. 

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„Jungens, wollt ihr noch eins?“

Wer kann da schon nein sagen? In dem Sinne haben wir das ein oder andere kalte Bier getrunken, etwas gegessen und einen lustigen Nachmittag verbracht. Die Erholung tat auf jeden Fall sehr gut und wir haben den Tag sehr genossen, der Sonnenbrand war natürlich vorprogrammiert. Im Vergleich zur letzten Nacht, war diese ein Traum. Es war nicht kalt, sehr ruhig und wir konnten alle perfekt schlafen. Vielleicht lag das aber auch am Bier. Und die schönsten Abschnitte des Eifelsteigs sollten jetzt folgen.

Etappe 8: Müllenborn nach Schalkenmehren (35km)

Wir waren ausgeruht und konnten somit die nächste sehr lange Etappe auf dem Weg Richtung Trier in Angriff nehmen. Da wieder einmal deutlich über 30 Kilometer vor uns lagen, sind wir direkt morgens um 7 Uhr Richtung Gerolstein losgelaufen, dort gab es dann erst einmal Frühstück! Gleichzeitig begann die erste Woche der Osterferien und tatsächlich waren auf einmal Menschen auf dem Eifelsteig unterwegs. In der ersten Woche sind worauf der Strecke fast niemandem begegnet und waren komplett alleine unterwegs. Das änderte sich jetzt und wir sind das öfteren auf die ein oder anderen Wanderer getroffen. Wie auf einer Wander-Autobahn (der E5 lässt grüßen) – gut ganz so schlimm war es nicht, aber es waren merklich mehr Menschen in der Natur.

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Ab Gerolstein folgte dann einer der schönsten Teilabschnitte unserer Tour. Viele Höhenmeter, wunderschöne Landschaften – und wie könnte es anders sein: bestes Wetter. erst nachmittags zog es sich etwas zu. Die Etappe hatte es wirklich in sich, zwei steile Anstiege mit jeweils 200 Höhenmetern hoch zur Dietzenley und zum Nerother Kopf (ein erloschener Vulkan). Extrem steil so ein Vulkan… Und zum Schluss mussten wir hinter Daun noch einen Maarkrater hinaufkrabbeln. Wir hatten definitiv schon leichtere Etappen, ABER: Die Aussichten auf Gerolstein, das Kylltal und die drei Maare haben uns belohnt.

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Der Abend in Schalkenmehren

An diesem Punkt waren wir kurz vor unserem Etappenziel, dem Schalkenmehrer Maar, wo ein Campingplatz auf uns wartete. Wir freuten uns schon auf das Ende der heutigen Etappe, waren wir doch schon wieder fast 10 Stunden unterwegs, heute waren wir aber gefühlt gar nicht so k.o. Der halbe Tag Pause hat uns doch ganz gut getan!

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Aber bis zum Ziel mussten wir noch einmal ein paar Höhenmeter überwinden und konnten dann direkt am See unsere Zelte aufbauen, gibt schlimmere Ort für eine Nacht! Der Campingplatz gehört zum Hotel Schneider. Wir wussten noch nicht, dass das der feucht-fröhlichste Abend auf der Tour werden sollte. Wir hätten es uns aber denken können, aus einem einfachen Grund: in einem Hotel ist die Hotelbar nicht sehr weit…
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 Vorher waren wir aber noch duschen und hatten mal wieder mit den ominösen Talwinden (Teil 1 der Tour lässt grüßen) zu tun.

Daher sind wir schnell Richtung Hotelbar und hatten uns zum Ziel gesetzt, alle 5 gezapften Fassbiere zu testen, weit sind wir nicht gekommen. Jannik und Thomas sind beim Bitburger hängen geblieben und Malte hat zum Schluss noch das Vulkanbräu (regionales Bier aus Mendig) getestet. Nach einer Unterhaltung mit einem älteren Ehepaar und ein paar Runden Kartenspielen mussten wir auch schon wieder Richtung Zelt laufen, da die Hotelbar schließen wollte. So spät war es da noch gar nicht. Trotzdem war es kalt draußen und wir „mussten“ unseren Essensplatz kurzerhand in die Waschräume verlegen…

Etappe 9: Schalkenmehren nach Manderscheid (16km)

Die nächste Etappe in Richtung Trier war die kürzeste für uns auf dem gesamten Weg. 16 Kilometer standen auf dem Programm, entsprechend haben wir uns morgens und auf dem Weg nach Manderscheid Zeit gelassen. Unterwegs eine ausgiebige Frühstückspause gemacht und zur Mittagszeit waren wir schon in Manderscheid.

Die Etappe verlief größten Teils durch Wald und das idyllische Liesertal, keine Ortschaft, keine Straße ist uns auf dem zweiten Teil der Etappe begegnet. Das war Natur pur! In der Sonne haben wir noch eine Pause auf einer Holzliege gemacht und den Frühling genossen, Thomas hat sogar ein kleines Nickerchen gemacht. Leider war der Abschnitt zu schnell vorbei und schon waren wir schon in Manderscheid angekommen. Am Campingplatz Manderscheid hatten wir wieder ein super Panorama auf die Eifel.

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Die alltägliche Routine haben wir schnell hinter uns gebracht, die Zelte standen und wir sind danach losgelaufen, um einzukaufen. Die Kassiererin im Supermarkt musste irgendwann lachen, als wir das dritte Mal an der Kasse standen – drei Verwirrte, da hätten wir wahrscheinlich auch lachen müssen. Aber wir hatten dann doch irgendwann alles zusammen und abends gab es Chili con Carne, das beste Essen auf unserer gesamten Route nach Trier. Pappsatt sind wir in die Zelte gefallen. Es sollte unsere letzte Nacht im Zelt werden…

Etappe 10: Manderscheid nach Bruch (39km)

Nach der kurzen Etappe folgte mal wieder eine lange, da wir wieder zwei offizielle Eifelsteig-Etappen an einem Tag gelaufen sind! Malte war am Morgen nicht so gut gelaunt, weil er schlecht geschlafen hatte, aber das hat sich nach ein paar Kilometern wandern auch wieder gelegt. Auch weil es wieder sehr schön zum Laufen war, es ging weiter durch das Liesertal, das wir am Tag zuvor verlassen hatten. Und strahlender Sonnenschein hat uns natürlich mal wieder begleitet.

Ferienwohnung als Motivation

Und so haben wir die Etappe trotz der Länge relativ gut hinter uns gebracht. Auch ein totes Reh am Wegesrand konnte uns nicht abhalten, das sind die Schattenseiten des wilden Lebens… Den Weg fanden wir, nachdem wir das Liesertal verlassen hatten, relativ unspektakulär, aber wir wurden die vergangenen Tage auch echt verwöhnt. Es können ja nicht alle Etappen zwischen Aachen und Trier so schön sein. Zusätzlich motiviert waren wir natürlich, da wir wussten, dass am Ende des Tages unsere zweite Ferienwohnung bei Familie Pitsch auf uns wartete. Und die Ferienwohnung war ein Traum, super nette Gastgeberin und wir hatten alles, was wir brauchten. Bevor wir abends eine Pizza bestellt haben, alles organisiert von Frau Pitsch, saßen wir noch draußen im Garten zum Entspannen. Gegessen haben wir die Pizza beim Champions-League-Spiel zwischen Bayern München und Real Madrid – hätte erfolgreicher laufen können.

Etappe 11: Bruch nach Kordel (27km)

An diesem Morgen hatten wir etwas mehr Zeit, die Etappe bis nach Kordel war nicht ganz so lang (offiziell wäre es tatsächlich die längste), und da wir uns auf Wildcamping eingestellt hatten, war klar, dass wir etwas später als sonst loslaufen, damit wir nicht zu früh in Kordel sind. Und so haben wir ein ausgedehntes Frühstück im Frühstücksraum der Familie Pitsch genossen, mit frischen Eiern, direkt von den Hühnern auf der Wiese hinter dem Haus. Besser geht’s nicht!

Entsprechend gut gelaunt waren wir und die Etappe konnte starten, und zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass das absolute Highlight auf unserer Tour nach Trier noch kommen sollte. An der Salm entlang und später hinab zur Kyll über abwechslungsreiche Wege, diese Etappe war wieder sehr schön und naturnah. Nachmittags waren wir dann schon in Kordel, natürlich wieder viel zu früh, um das Zelt aufzuschlagen. Wir hielten Ausschau nach einem Biergarten, haben aber auf die Schnelle keinen gefunden.

Thomas: „Ah da ist ja ’ne Gasstätte! Ach ne, das ist ’ne Kindertagesstätte“

Ja gut, lassen wir das mal so stehen, ist ja quasi dasselbe.

Also haben wir bei einem Bäcker noch schnell etwas Süßes gekauft, in einem Supermarkt das Abendessen organisiert und sind dann weiter gelaufen Richtung Trier. Dieser Teil hat Jannik gar nicht gefallen, da alle Fliegen zu ihm wollten – Malte und Thomas war’s Recht. Nach einer Pause unterhalb der Burg Rammstein sind wir wieder weitergelaufen und haben eine Schutzhütte ins Auge gefasst. Weit sind wir aber nicht gekommen, da es auf der Burg einen Biergarten gab – endlich!

Und dann kam DAS Highlight der Tour: statt der Schutzhütte haben wir uns für eine Höhle entschieden, in der wir übernachten wollten. Die Klausenhöhle – warm, trocken, geschützt. Wir mussten nichtmal die Zelte aufbauen, sondern haben auf unseren Isomatten einfach auf dem Boden geschlafen.

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In der freien Natur zu übernachten, ist immer noch am schönsten! Wir haben auf unserem Campingkocher noch unsere Eintöpfe warm gemacht und dann ging es in den Schlafsack. Die Nacht war warm und hin und wieder haben wir draußen das ein oder andere Tier gehört.

Etappe 12: Kordel nach Trier (12km)

Der nächste Morgen war super, ganz entspannt lief alles für uns ab, da wir ja genau wussten, die 12 Kilometer für sind für uns jetzt auch nur noch ein Katzensprung. Also haben wir unseren obligatorischen Kaffe schon in der Höhle gekocht und den Morgen in vollen Zügen genossen.

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Nachdem wir dann alles zusammengepackt hatten, marschierten wir los. Das letzte Teilstück war dann doch noch einmal anstrengend, wir mussten die Sandsteinklippen an der Mosel erklimmen, wäre auch langweilig gewesen, wenn die letzte Etappe nach Trier unspektakulär verlaufen wäre. Aber so hatten wir einen herrlichen Blick auf die Römerstadt.

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Somit lässt sich mit Blick auf die Porta Nigra nur sagen: IT’S DONE! Wir sind in Trier tatsächlich nach etwas mehr als 330 Kilometern angekommen. Eine wunderschöne Tour haben wir in Trier am Bahnhof ausklingen lassen – natürlich mit einem eiskalten Bier in der Sonne!

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Fazit zum Eifelsteig von Aachen nach Trier

Wir wollen euch natürlich nicht ohne Fazit aus der Artikel-Serie unserer Eifelsteig-Tour entlassen, dieses findet ihr hier. Wie fanden wir die Tour? Ist der Steig zu empfehlen? Würden wir etwas anders machen? Antworten gibt’s im Fazit!

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