2 Wochen Alpen stehen auf dem Programm mit einigen sehr harten Touren, aber eins nach dem anderen. Erster Stop: Das Allgäu. Die Anreise nach Oberstdorf lief problemlos mit dem Auto und um ein wenig Schwung in den Kreislauf zu bekommen, machte ich mich direkt auf, um durch die Breitachklamm zu wandern. Die laut tosende Breitach schlängelt sich tief durch eine Schlucht, so dass im Laufe der Jahrhunderte eine eindrucksvolle und spektakuläre Klamm entstanden ist. Die Breitachklamm Oberstdorf ist auf jeden Fall einen Besuch während eures Urlaubs im Allgäu wert.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Daten und Fakten zur Breitachklamm
  2. Die Tour durch die Klamm
  3. Fazit zur Breitachklamm
  4. Informationen zur Breitachklamm

1. Daten und Fakten zur Breitachklamm

  • 2,5 km langer Wanderweg (Rundweg: 4,5 km)
  • Höhenmeter: ↑260 hm und ↓260 hm
  • Dauer: 02:15 h für den Rundweg (wenn man viel Zeit in der Klamm verbringt)
  • Eintrittspreis: 4,50 € für Erwachsene und 1,50 € für Kinder (Ermäßigungen mit der Gästekarte)
  • Neben der Höllentalklamm die tiefste Klamm (150 m) in den Bayerischen Alpen
  • Lage: Am Ausgang des Kleinwalsertals in Tiefenbach
  • Anreise mit eigenem PKW oder ÖPNV möglich
  • Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr (Sommer) und 9 bis 17 Uhr (Winter) – im Frühling und Herbst geschlossen

Detailliertere Informationen finden sich am Ende des Artikels.


2. Die Ruhe vor dem Sturm am Eingang

Eintritt bezahlt? Dann geht’s los! Die ersten Meter in Richtung Breitachklamm folgen einem flachen Weg, der zügig zum kleinen Fluss Breitach (dreimal dürft ihr raten, woher die Breitachklamm Oberstdorf ihren Namen hat) führt, der hier weniger spektakulär ist. Das liegt natürlich einfach daran, dass sich am Startpunkt das Tal öffnet, und der Fluss breiter, flacher und weniger reißend wird. 

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Das ändert sich aber schnell, denn schon zu Beginn ragen die steilen Felswände empor und lassen nur noch wenig Licht in die Schlucht. Später wird die Schlucht auf ihren 2,5 Kilometern Länge bis zu 150 Meter tief! Hier merkt ihr auch an einem heißen Sommertag – so wie es bei mir der Fall war – die Kälte des Gesteins und des Wassers. Wer schnell friert, sollte sich definitiv eine Jacke einpacken! Auch bei 25 Grad Außentemperatur wird es in der Breitachklamm frisch.

Zu Beginn verläuft der Weg auf der rechten Seite der Klamm, zu erst über einen Schotterweg und danach über in der Wand befestigte Stege. Der Weg führt über Holzplanken. Sollte es Regnen, kann es hier schnell rutschig werden! Festes und geschlossenes Schuhwerk ist Pflicht.

Glaubt nicht, dass ihr hier in der Breitachklamm alleine seid. Sehr viele Menschen kommen auf die Idee, in der Breitachklamm zu wandern – ein Foto ohne eine fremde Person wird schwierig. Je tiefer es in die Schlucht geht, desto tosender und lauter wird es, teilweise kann man sich nicht unterhalten, oder muss sich gegenseitig anschreien. Der Weg führt stetig bergauf, ist aber für jeden zu schaffen. Barrierefrei ist dieser allerdings nicht. Meist geht es sowieso nur langsam voran, da die Menschenmassen immer wieder stehen bleiben, um Fotos zu schießen. So wie ich auch…

Die Wege sind eng – Achtung Gegenverkehr!

Sobald es Gegenverkehr von Wanderern gibt, die die Klamm von oben nach unten durchlaufen, wird es eng. Am besten schon weitsichtig einen Ort am Weg suchen, um Platz zu machen, oder man muss sich aneinander vorbei quetschen. Es ist eng in der Schlucht!

Abwechselnd geht es nun von der rechten Klammseite über Brücken auf die linke und zurück. Wasserfälle, ganz enge Passagen und auch flachere Gewässerstellen wechseln sich ab, bis man am oberen Ende der Klamm angelangt. Dort ist nochmals eine Kasse für diejenigen, die von oben nach unten wandern. Von hier gibt es mehrere Rundwanderwege zurück zum Parkplatz bzw. zur Bushaltestelle mit Einkehrmöglichkeiten auf verschiedenen Hütten und Almen. Ein Radler mit Ausblick auf die Allgäuer Alpen lässt sich dabei besonders gut genießen! Alternativ einfach umdrehen und den gleichen Weg zurück durch die Breitachklamm wandern. 

Der Weg zurück über einen der Rundwanderwege bietet auf jeden Fall ein tolles Bergpanorama mit Blick in Richtung Nebelhorn. 

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3. Fazit zur Breitachklamm Oberstdorf

Die Breitachklamm ist spektakulär und imposant. Es lohnt sich – allerdings nicht bei bestem Sommerwetter. Da gibt es weitaus schönere und traumhafte Wanderungen im Allgäu rund um Oberstdorf. Oder aber ihr macht es wie ich: Solltet ihr im Laufe des Vormittags im Allgäu ankommen, bietet sich die Wanderung durch die Breitachklamm als Tour am Nachmittag an, um ein wenig die Steifigkeit der Anreise aus den Gliedern zu laufen.

Ansonsten bietet sich die Breitachklamm auf jeden Fall bei schlechtem Wetter an – eine Aussicht gibt es so oder so nicht und feucht ist es auch ohne Regen schon. Generell gilt: ab 15 Uhr wird es ruhiger und weniger Menschen machen sich auf den Weg durch die Schlucht.

ACHTUNG: die Klamm kann jederzeit witterungsbedingt geschlossen werden/bleiben. Aktuelle Informationen zum Status findet ihr ganz oben auf der Webseite der Klamm (am Handy müsst ihr dazu einmal das Menü öffnen).

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4. Informationen zur Breitachklamm Oberstdorf

Wie lange braucht man für die Breitachklamm?

Wie bereits oben geschrieben, habe ich für den Rundwanderweg (Hinweg durch die Klamm, Rückweg durch das Waldstück) etwa 2:15 Stunden benötigt. Die gut 4,5 Kilometer kann man sicherlich auch schneller bewerkstelligen, dann darf in der Klamm aber nicht so viel los sein, damit man gut an den anderen Touristen vorbeikommt.

Ist die Breitachklamm geöffnet?

Grundsätzlich ist die Klamm bis auf wenige Wochen im Herbst und Frühling immer geöffnet. Schaut dazu bitte auf der offiziellen Seite vorbei, dort findet ihr täglich um 9 Uhr eine Aktualisierung, ob die Klamm geöffnet hat oder witterungsbedingt geschlossen bleibt.

Wie entsteht eine Klamm?

Für die Interessierten unter euch: eine Klamm bildet sich meist nach einer Eiszeit, wenn sich Schmelzwasser und Geröll von Gletschern über einen Zeitraum von vielen tausend (!) Jahren tief in das Gestein einschneiden.

Welche Kleidung benötige ich für die Breitachklamm?

Festes, geschlossenes Schuhwerk ist Pflicht! Stellenweise ist es sehr rutschig und es ist überall nass. Daher bietet es sich auch an, eine Regenjacke einzupacken. Wer schnell friert sollte auch eine Isolationsjacke, Pullover oder Fleece mitnehmen.

Breitachklamm Preise: Was kostet der Eintritt?

Der Eintritt in die Breitachklamm Oberstdorf kostet:

  • 4,50 € für Erwachsene (ab 16 Jahren)
  • 1,50 € für Kinder (5 – 15 Jahre)

Ermäßigte Eintrittspreise in die Klamm mit der Allgäu-Walser-Card (Gästekarte)

  • 4,00 € für Erwachsene (ab 16 Jahren)
    1,30 € für Kinder (5 – 15 Jahre)

Gruppenpreise (ab 10 P. / gilt ab 16 J.): 4,00 € pro Person

Der Parkplatz kostet 3 € und ist von Ermäßigungen ausgeschlossen. Achtet darauf, dass ihr nur in bar bezahlen könnt! EC-Karten und Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Für Gruppen ab 10 Personen werden exklusive Fackelwanderungen in der Breitachklamm angeboten – bei Nacht! Das muss ein echtes Highlight sein.

Breitachklamm Öffnungszeiten

Wintersaison: ab 9 Uhr – letzter Einlass 16 Uhr – Schließung 17 Uhr
Sommersaison: ab 9 Uhr – letzter Einlass 17 Uhr – Schließung 18 Uhr

Im Herbst und Frühling bleibt die Klamm in der Regel für einige Wochen geschlossen. Informationen dazu findet ihr auf der offiziellen Webseite.

Anfahrt zur Breitachklamm und Parken

  • Auto: Die Breitachklamm liegt am Ausgang des Kleinwalsertals in einem Nebental von Oberstdorf und ist von dort in 10 Autominuten erreichbar (der Beschilderung „Breitachklamm“ einfach folgen)
  • Vom Busbahnhof Oberstdorf könnt ihr zwei Buslinien nutzen: die Buslinie Walsertal fährt zum oberen Klammeingang an der Walserschanz und die Buslinie Tiefenbach fährt zum unteren Eingang. Aktuelle Busfahrpläne für das Oberallgäu gibt es hier.

Adresse Breitachklamm Oberstdorf

Breitachklamm
Klammstraße 47
87561 Oberstdorf

Weitere Informationen per Telefon: +49 (0) 8322 4887


Auf unserem Blog findet ihr auch weitere Wanderungen in den Alpen.

Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

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