Zwei Highlights an einem Tag! Ja, auch das geht. Morgens haben wir eine leichte Wanderung zur Eiskapelle gemacht, das tiefst gelegene permanente Eisfeld der Alpen am Fuße der Watzmann-Ostwand. Ein grandioses, gefährliches und eindrucksvolles Naturschauspiel. Ab mittags waren wir in den senkrechten Wänden des Grünsteins klettern.

Aber eins nach dem anderen, der Tag im Nationalpark Berchtesgaden war lang und hatte einiges zu bieten!

Eiskapelle

Früh um sechs Uhr ging es für uns raus aus dem Zelt, kalt war es! Schnell gefrühstückt und danach sind wir erst einmal einkaufen gegangen – das Timing war perfekt, sodass wir danach direkt zum Bootsanleger am Königssee laufen konnten.

Die Eiskapelle am Watzmann

Das erste Tagesziel war die Eiskapelle, weshalb wir das erste Boot (08:30 Uhr um diese Jahreszeit) über den Königssee nach St. Bartholomä in Anspruch genommen haben: Von dort ist die Eiskapelle in knapp einer Stunde zu erreichen – ganz in der Nähe liegt das Steinerne Meer.

Das erste Highlight war aber nicht die Eiskapelle selber, sondern die sich lichtenden Nebelschwaden über dem See und St. Bartholomä mit Blick auf die berüchtigte Watzmann Ostwand, die von den ersten Sonnenstrahlen des Tages angeleuchtet wurde.

Königssee-Eiskapelle

So früh am Morgen war noch recht wenig los, und wir konnten die Ruhe auf dem Weg zum Eisfeld genießen. Die Wanderung zur Eiskapelle führt an den Fuße der Watzmann-Ostwand – sehr beeindruckend. Mit 2000 Metern reiner Wanderhöhe ist sie die höchste durchgehende Wand der Ostalpen.

Die Wanderung startet direkt am Bootsanleger St. Bartholomä, den Schildern in Richtung Eiskapelle und einem leichten Wanderweg folgend, den jeder wandern kann, ging es los. Es ist eine insgesamt ziemlich leichte Wanderung, auf der wir an diesem Morgen – auch der Tatsache geschuldet, dass es das erste Boot war – komplett alleine waren.

Der Weg führt etwa 45 Minuten lang über den leichten immer leicht bergan Weg bis zum Schild „Hier endet der befestigte Steig“. Für die meisten Touristen ist die Wanderung hier wohl vorbei ist. Auch weil sich ein traumhaftes Panorama auf die Ostwand des Watzmanns eröffnet. Sitzgelegenheiten laden hier zu einer Pause ein. Wir sind aber weitergelaufen, denn wir hatten ja noch ein weiteres Ziel: die Eiskapelle.

Aber Achtung: von hier an ist der Weg unmarkiert und unbefestigt, man befindet sich in hochalpinem Gelände, wo die Touren durch die Watzmann Ostwand beginnen. Das Gelände ist an dieser Stelle noch nicht sehr kompliziert, aber die Orientierung solltet ihr hier dennoch immer behalten!

Und dann das nächste Highlight stand direkt vor uns…

Gams-Eiskapelle

Eine Gruppe Gämse ließ sich von uns kaum stören und so hatten wir genügend Zeit, einige wunderschöne Aufnahmen zu machen. Nach 15 Minuten waren wir am Eingang der Eiskapelle unterhalb der Watzmann Ostwand. Dort haben wir uns unsere Regenjacken angezogen, Stirnlampen aufgesetzt und uns ins faszinierende Innere getraut.

Regenjacken sollten bei der Tour auf jeden Fall im Gepäck sein, denn es tropft ziemlich heftig von den Wänden, es ist fast schon Regen.

Kein ungefährliches Unterfangen

Ungefährlich ist die Eishöhle nicht! Davon zeugen einige autogroße Eisbrocken, die aus der Decke gebrochen sind…

In den Berchtesgadener Alpen befindet sich das tiefst gelegene permanente Eisfeld der Alpen: die Eiskapelle. Die Schneemassen der Lawinen aus der Ostwand im Winter und Frühjahr reichen nicht aus, um einen fließenden Gletscher entstehen lassen zu können.

Durch das Schmelzen im Sommer entsteht im inneren des Eisfeldes ein gigantischer Hohlraum, mit einer einzigartigen Struktur, der wie bereits erwähnt auch nicht ganz ungefährlich ist. Seid euch dieser Gefahren bewusst!

Die Bilder sprechen für sich, und dass wir für so eine einfache Wanderung so viel geboten bekommen haben, war einfach grandios!

Nach guten 30 Minuten (zurück geht es fast nur bergab) waren wir auch schon wieder zurück in St. Bartholomä und durften eine „Privatfahrt“ in einem der Boote zurück nach Schönau genießen – wir waren die einzigen beiden Passagiere während der Fahrt.

Am Heck des Schiffes konnten wir uns in der Sonne ein wenig ausruhen und gedanklich auf den nächsten Teil des heutigen Tages vorbereiten – denn die Eiskapelle war ich nicht alles!

Die grandiosen Eindrücke der Eiskapelle im Video

Grünstein-Klettersteig

Der Grünstein-Klettersteig stand als nächstes auf dem Programm. Dazu haben wir uns bei Intersport Renoth direkt in Schönau Klettersteigsets inklusive Gurt und Helm für 10€ geliehen (sehr fairer Preis!). Thomas hat schon einige Steige hinter sich, für Jannik war es der erste und somit eine ganz neue Erfahrung.

Ziel war natürlich der Gipfel des Grünsteins. Diesen kann man auch über einen normalen Wanderweg erreichen. Am Ende der Wanderung zum Grünstein wartet dann auch die Grünsteinhütte mit einem Kaltgetränk.

Der Klettersteig bietet Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden (von C bis E). Wir sind die Isidor-Variante, die einfachste der möglichen Routen gegangen, dennoch solltet ihr auch diese Route aufgrund der Länge (etwa anderthalb Stunden bis zwei Stunden) und der Schwierigkeit bis C nicht unterschätzen. Auf diese Länge ist auch eine C-Route für Einsteiger sehr kräftezehrend.

Los geht der Steig direkt mit zwei senkrechten Wänden, die direkt die volle Konzentration fordern. Denn auch auf einem Klettersteig ist man bei einem Absturz nicht vor schweren Verletzungen geschützt. Solltet ihr auch einmal diesen oder einen anderen Klettersteig gehen wollen, schließt euch einer Kletterschule an, die ausgebildeten Bergführer wissen genau, auf was es ankommt. Ansonsten schaut einfach in unseren Artikel über Klettersteige rein!

Grünstein-Klettersteig-Eiskapelle

Zurück zu uns: Nach den ersten zwei senkrechten Wänden, war auch Jannik wieder etwas gesprächiger! Er fand den Steig aber super und das Fazit fällt von uns beiden bestens aus!

Wunderschön in den Wänden des Grünsteins gelegen, bietet der Klettersteig immer wieder grandiose Aussichten auf Schönau, Berchtesgaden und den Watzmann (sofern die Wolken keinen Strich durch die Rechnung machen).

Der Grünstein-Klettersteig im Video

Wir lassen an dieser Stelle einfach mal die Bewegtbilder für sich sprechen…

Zum Abschluss haben wir uns auf der Grünstein-Hütte noch ein Radler gegönnt und uns danach auf den Weg zurück nach Schönau zum Campingplatz gemacht – die etwa 600 Höhenmeter haben wir zum Schluss dann doch in den Beinen gemerkt.

Unser Fazit des Tages: sowohl die Eiskapelle als auch der Grünstein-Klettersteig lohnen sich.

ACHTUNG: beides auf eigene Gefahr und die Eiskapelle ist sehr gefährlich!


Hier findet ihr unsere weiteren Tour im Nationalpark Berchtesgaden:

Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

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