Eine Wanderung zur Gotzenalm lohnt sich! Allerdings mussten wir unsere Pläne aufgrund eines Wintereinbruchs oberhalb von 1500 Metern ein wenig umstellen. Der Nationalpark Berchtesgaden hat aber so viele schöne Wanderungen rund um den Königssee zu bieten, dass das kein Problem war. Spontan sind wir sowieso immer. Statt einer Wanderung zum Schneibstein, führte uns unsere Tour von Schönau zur Priesbergalm und von dort über den „Unteren Hirschenlauf“ bis zur Gotzenalm – inklusive obligatorischem Radler.

Start der Wanderung am Königssee

Wie so häufig sind wir direkt von unserem „Basislager“ auf dem Campingplatz Grafenlehe gestartet. Vorbei an der Talstation der neu gebauten Jenner-Bahn ging es rein in den Wald in Richtung Jenner. Auf der sogenannten Hochbahn – so heißt der Weg – wanderten wir bis zur Königsbachalm auf 1190m. Trotz des Wintereinbruchs in der Nacht, hatte der Wettergott ein Einsehen und die Sonne zeigte sich.

Der Weg führt ausschließlich durch Wald. Zwischendurch gab es aber auch hin und wieder Ausblicke auf den Königssee und das gegenüberliegende Watzmann-Massiv.

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Erst auf den letzten Metern des Höhenwegs lichtete sich der Wald und die Königsbachalm lag vor uns – morgens um 10 Uhr haben wir uns das Pausenradler gespart. Den Aufstieg zum Jenner ließen wir links liegen und bogen auf dem Höhenweg rechts ab in Richtung Priesbergalm.

Priesbergalm – eine Hochalm mit Promille

Die Priesbergalm liegt auf 1500m und ist eine Hochalm, sprich diese ist nur im Hochsommer bewirtschaftet. Von dort hat man grandiose Ausblicke in Richtung Berchtesgaden, Jenner und Watzmann. Zu Beginn der Almflächen steht eine kleine Hütte – eine Brennhütte der Enzian-Brennerei Grassl. Es ist der einzige Betrieb, der im Nationalpark Berchtesgaden nach Enzian-Wurzeln graben darf – händisch! Das muss schon sehr anstrengend sein. Da wir Anfang Oktober dort waren, konnten wir leider keinen Enzian-Schnaps probieren. Die Brennhütte war bereits geschlossen.

Zu unserem Leidwesen…

Von der Priesbergalm aus könnt ihr auch über den Stiergraben zum Seeleinsee und Kahlersberg wandern. Die Wanderung führte uns aber unterhalb vom Schneibstein weiter in Richtung Gotzenalm. Wir konnten leider unsere ursprünglich geplante Bergtour zum Schneibstein nicht machen, da ab etwa 1200 Metern Schnee lag und ein Aufstieg wäre unverantwortlich und zu gefährlich gewesen. Ein anderes Mal!

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Vom unteren Hirschenlauf zur Gotzenalm

Von der Priesbergalm ist die Gotzenalm über den „Unteren Hirschenlauf“ erreichbar, der der schwierigste Teil der Wanderung ist. An einigen Stellen ist der Steig drahtseilversichert und ein wenig ausgesetzt. Vergleicht man den Abstieg in Richtung Gotzenalm mit dem Rinnkendlsteig, ist der Hirschenlauf aber bei weitem die einfachere Bergtour. 

Über einen Wirtschaftsweg mussten wir danach die Höhenmeter bis zur Gotzenalm auf 1685m wieder aufsteigen. Erst kurz vor Schluss, als wir über eine Kuppe gelaufen sind, konnten wir die weiten Almflächen und die Gotzenalm sehen. Mit einem traumhaften Ausblick auf das Watzmann-Massiv und in Richtung Steinernes Meer.

Im Warmen haben wir uns dann erst einmal unser Radler gegönnt.

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Reservierungen und Übernachtungen auf der Gotzenalm

Auf der Alm könnt ihr auch übernachten. Hier die Telefonnummer der Gotzenalm für Reservierungen und Übernachtungen: 

+49 8652 690900 (erreichbar zwischen Mai und Oktober)
Webseite: https://gotzenalm.de 

Die Gotzenalm ist 2019 zwischen dem 30. Mai und dem 31. Oktober geöffnet.

Hinweis zur Übernachtung (Info von der Webseite): Die Zimmerlager u. Matratzenlager sind mit Bettlaken, Kopfkissen und warmen Decken ausgestattet. Bitte zum Übernachten mitbringen: Hüttenschlafsack, Hüttenschuhe und Taschenlampe. Hüttenschlafsäcke sind bei uns für 20 € erhältlich oder können gegen eine Waschgebühr von 3,50 € ausgeliehen werden.

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Abstieg von der Gotzenalm zum Obersee

Den Abstieg von der Gotzenalm hinunter zur Saletalm am Obersee auf 610m bewältigten wir über den Kaunersteig. Vorbei an der zu dieser Jahreszeit bereits umbewirtschafteten Regenalm. Ein idyllischer Platz im Herzen des Nationalparks, den auch während der Hochsaison wohl nicht allzu viele Menschen entdecken, lediglich jene, die auf dem Kaunersteig von Salet bis zur Gotzenalm unterwegs sind. So wie wir. 

Danach führte uns der Weg leicht das Tal bergab, bis es wirklich steil wurde. In Serpentinen, aber nicht sonderlich schwer, ging es auf dem Singletrail steil bergab. An einigen Stellen ist der Kaunersteig mit Drahtseilen gesichert, wenn es feucht ist gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Denn dann ist der Wanderweg ziemlich rutschig, vor allem auf den Steinen, Wurzeln und den Holztreppen, die in den Steig eingebaut sind. 

So endete diese wunderschöne Tageswanderung zur Gotzenalm und weiter zum Obersee für uns an der Saletalm. Von dort ging es mit dem Boot für uns zurück nach Schönau.

Gregory Optic 58 – ein ultraleichter Rucksack

Auf der Wanderung hatten wir den Gregory Optic 58 zum Testen dabei. Jannik stellt den Rucksack in diesem Video genauer vor.

Optic 58 – Ultralight Backpacking von Gregory (Produktvorstellung)

Noch eine kleine Wanderung zum Obersee?

Wenn ihr noch nicht genug vom Wandern an diesem Tag habt, empfehlen wir noch eine kleine Wanderung zum Röthbachfall. Dabei umrundet ihr den Obersee zur Hälfte und steht dann vor dem höchsten Wasserfall Deutschlands (30 Minuten).

Obersee
Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

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