Wandern auf Gran Canaria – Die Tour im Überblick (Teil 1)

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Ungefähr einen Monat ist es jetzt her. Ich saß – diesmal mit meinem Kumpel Felix –  im Flieger auf dem Weg nach Gran Canaria und habe mir ein paar Zeilen zusammen gereimt, die in diese ganze Artikelserie „Gran Canaria“ einleiten sollten. Ich habe mir diese Zeilen gerade eben noch einmal selbst durchgelesen. Dabei habe ich auch kurz von „Urlaub“ gesprochen und davon, dass unser Programm nicht ganz so straff werden würde… Und jetzt sitze ich an meinem Schreibtisch und stelle fest, wie man sich doch irren kann! Natürlich war es anstrengender als gedacht und vieles kam auch anders als geplant. Aber sonst wäre das Leben doch auch langweilig und ich glaube die Tour wäre nicht so traumhaft schön gewesen, wie sie letztendlich war.

„Unser Programm sieht auf den ersten Blick nicht so straff aus, sodass wir uns auch ein bisschen Rumgegammel in der Sonne erhoffen und nicht ständig unterwegs sein müssen (klingt ja fast schon nach Urlaub).“

In diesem Artikel möchte ich euch die ganze Tour kurz zusammengefasst vorstellen, sodass ihr einen ersten Überblick über Gran Canaria habt. Die ganze Woche in einen Artikel alleine zu stopfen wäre viel zu viel und ich persönlich mag selbst keine ellenlangen Artikel. Daher werde ich die Tour in zwei Teile aufteilen. Darüber hinaus werden noch weitere Artikel über einzelne Wanderungen und hilfreiche Tipps zum Wandern auf Gran Canaria folgen. Doch setzen wir doch einfach nach dem Hinflug an und ich erzähle euch die ganze Geschichte von unserer Trekkingtour auf Gran Canaria. Hier kommt Teil 1!

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Tag 1: Ankunft im Regen

Ganz so schön wie auf dem Bild hat uns (also Felix & mich) Gran Canaria leider nicht Willkommen geheißen: Es hat geregnet. Aber das hat uns die Laune nicht verdorben, wussten wir doch, dass in der nächsten Woche grüne Kiefernwälder, feuerrote Felsen und türkis-blaues Wasser auf uns warten würden. Unser erstes Ziel hieß jedoch La Garita, ein kleiner Vorort der Stadt Telde. Da wir erst nachmittags gelandet sind und noch Gaskartuschen und Proviant für die nächsten Tage in Telde einkaufen mussten, haben wir uns für Airbnb entschieden. Für 13€ pro Nacht haben wir ein Zimmer in Helenas gemütlicher Wohnung ergattert. Sehr zu empfehlen, falls ihr mal auf Gran Canaria seid und nach einer günstigen Unterkunft sucht! So konnten wir am nächsten Morgen frisch und ausgeruht unsere Tour beginnen.

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Tag 2: Höchste Erhebung Gran Canarias

Doch bevor es für uns in die wilde Natur ging, mussten wir zunächst noch den obligatorischen Papierkram erledigen. Denn wir haben uns im Vorfeld dazu entschlossen, die Nächte im Zelt zu verbringen, um näher an der Natur zu sein und natürlich Geld zu sparen. Das ist auf Gran Canaria allerdings nur auf ausgezeichneten Campingflächen (Áreas Recreativas) erlaubt und muss mindestens zehn Tage vor Anreise beantragt werden. Erst mit dieser Genehmigung dürft ihr legal auf Gran Canaria zelten!

Ich werde allerdings noch einen separaten Artikel verfassen, in dem ich euch alle nützlichen Tipps über Gran Canaria (Genehmigungen, Busnetz, Campingflächen, etc.) mit auf den Weg gebe, sodass ihr bestens informiert seid!

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Nachdem wir die Genehmigung in Telde abgeholt hatten, fuhren wir mit dem Bus in Richtung Pico de las Nieves – mit 1949 Metern die höchste Erhebung Gran Canarias, aber mehr auch nicht. Die letzte Haltestelle (Cueva Grande) liegt allerdings ca. 7  Kilometer davor und so mussten wir das letzte Stück zu Fuß zurücklegen. Eher eine mühsame Wanderung, da der Weg nur an der Straße entlang verläuft. Bei gutem Wetter ist die Aussicht vermutlich echt schön, da man auf den umliegenden Naturpark Parque Rural del Nublo blicken kann, der das Wahrzeichen Gran Canarias – den Roque Nublo – beheimatet. Die Wolken haben uns jedoch leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und so hielten wir uns nicht allzu lange dort auf, sondern machten uns relativ zügig auf den Weg in Richtung Schlafplatz.

Die erste Nacht im Zelt

Unser Schlafplatz für die erste Nacht war der Campingplatz Llanos del Salado in knapp 1800 Metern Höhe, der nur ungefähr 1,5 Kilometer vom Pico de las Nieves entfernt liegt. Wir waren die einzigen Personen auf der Campingfläche und hatten so die freie Platzauswahl und unsere Ruhe. Der Campingplatz verfügt weder über fließendes Wasser noch über Toilettenhäuschen und ist daher eher als Campingfläche zu verstehen. Wir errichteten das Zelt nur knappe zehn Meter von der Steilkante entfernt und hatten so einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Dörfer und sogar die Hauptstadt Las Palmas war im Hintergrund zu erkennen. Nudeln mit verfeinerter Thunfisch-Tomatensauce (Rezept gerne auf Anfrage) in der freien Natur rundeten einen gelungenen Tag perfekt ab. Relativ früh ging es dann für uns auch in die Schlafsäcke, denn der nächste Tag würde so einiges versprechen.

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Tag 3: Frühstück mit Pablo und Alfonso

Nach einer unerwartet kalten Nacht (lag vermutlich an der Höhe) wurden wir vom Gejaule einer Kettensäge aus dem Schlaf gerissen. Felix gut geschultem Gehör nach zu urteilen, konnte es sich dabei nur um eine Motorsäge von Black & Decker handeln.

„Klare Kiste, das hör‘ ich doch direkt, dass das ’ne Black & Decker ist“

Wir lachten laut los und so war die Stimmung direkt am frühen Morgen schon bestens. Langsam krochen wir aus unserem Zelt, um uns einen Überblick zu verschaffen: Es waren Pablo und Alfonso (so nannten wir sie liebevoll), die einen maroden Baum fällten. Wobei eigentlich nur einer gearbeitet und der andere zugeguckt hat, aber gut.

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Ein kurzer Wink an die beiden, als würden wir sie schon seit Ewigkeiten kennen und dann ging es nach einem leichten Frühstück und einer Tasse Kaffee bzw. Tee zu unserem nächsten Ziel! Ob es nun tatsächlich eine Kettensäge von Black & Decker war, konnten wir leider nicht feststellen.

Der Wolkenfels…

Der Roque Nublo (auch „Wolkenfels“ genannt) stand als nächstes auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um einen 1813 Meter hohen Basaltfelsen, dessen Gipfel sich ca. 65 Meter über seine Umgebung erhebt. Die 65 Meter haben wir natürlich selbst per Hand nachgemessen… Sein markantes Aussehen macht ihn zum Wahrzeichen Gran Canarias und stellt den eher unspektakulären Pico de las Nieves etwas in den Schatten. Daher ist der Roque Nublo aber leider auch stets von Touristen überlaufen. Ein Parkplatz in unmittelbarer Nähe und gut befestigte Wanderwege machen es möglich. Trotzdem solltet ihr dem Wolkenfels in jedem Fall einen Besuch abstatten, falls ihr mal auf Gran Canaria unterwegs seid. Es lohnt sich! Nach einem kurzen Fotoshooting und einer noch kürzeren Mittagspause machten wir uns aber wieder auf den Weg. Nächstes Ziel war der Stausee Presas de las Niñas, der mit seiner benachbarten Campingfläche unser nächster Schlafplatz sein sollte.

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…und die Schlechtwetterfront

Je weiter wir uns vom Roque Nublo und der Menschenmenge weg bewegten, desto schöner wurde es! Wir bewegten uns die ganze Zeit auf schmalen Single-Trails durch die wunderschöne Landschaft Gran Canarias inmitten des Naturparks Parque Rural del Nublo. Von keiner Menschenseele was zu hören oder zu sehen – traumhaft! Doch je weiter wir liefen, desto schlechter wurde leider auch das Wetter. Das letzte Stück führte über den Gipfelgrat des Montaña de los Jarones, auf dem wir bei gutem Wetter sicherlich eine fantastische Aussicht gehabt hätten, da die Landschaft um uns herum von Schluchten und roten Felsen geziert wurde. Aber hätte, hätte, Fahrradkette!

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Am frühen Abend erreichten wir dann den Campingplatz am Presas de las Niñas. Die Luft war feucht und drückend. Es nieselte leicht und ein nasser Schleier legte sich auf alles, das nicht geschützt wurde. Die Stimmung war etwas bedrückt, aber wir machten das beste draus. Felix hatte an diesem Tag sogar Geburtstag und zur Feier des Tages gab es Tagliatelle à la Carbonara aus der Tüte – gar nicht mal sooo schlecht! Ein Teelicht und eine gemischte Weingummi-Tüte, die ich ihm als Geschenk mitgebracht hatte, rundeten die Geburtstagsparty perfekt ab. Aber lange hielt es uns im Regen nicht mehr draußen und so verschwanden wir wieder relativ schnell in die diesmal etwas klammen Schlafsäcke.

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Teil 2 folgt in einer Woche (Update: ist da!)

Ich persönlich mag keine ellenlangen Artikel, weshalb ich mich dazu entschieden habe die Geschichte unserer Tour auf Gran Canaria in zwei Teile zu gliedern. Ich möchte nichts vorwegnehmen, aber ich kann euch versprechen, dass wir in der zweiten Hälfte der Woche noch jede Menge erlebt haben. Von strahlendem Sonnenschein an einem einsamen Traumstrand bis hin zur Unwetterwarnung mit Sturmböen und Starkregen in den Bergen ist alles dabei. Also schaut auch in Teil 2 rein und erfahrt, was wir an den Tagen vier bis sieben noch alles erlebt haben! Hier noch ein Leckerli als kleiner Anreiz. Wir lesen uns in Teil 2!

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Kommentare (2)

  • Felix 4 Monaten ago Antworten

    „Klare Kiste, das hör‘ ich doch direkt, dass das ’ne Black & Decker ist“

    Bin ich immer noch überzeugt davon!

    Sehr schöner Artikel!

    Jannik 4 Monaten ago Antworten

    Deinem feinen Gehör macht keiner etwas vor! 😀

    Danke! Bei dem Trekking-Partner hatte ich aber auch einige Steilvorlagen und viel zu berichten!

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