Wandern auf Gran Canaria – Die Tour im Überblick (Teil 2)

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There it is! Teil 2 unserer Tour auf Gran Canaria im Überblick. Nachdem ich im ersten Teil alles über die Ankunft und die ersten drei Tage auf Gran Canaria berichtet habe, folgen in diesem Artikel die Highlights und Geheimtipps unserer Tour. Wenn ihr Lust auf einen einsamen Traumstrand habt, der nur zu Fuß erreichbar ist oder auf einen Naturpark, der zu den am wenigsten von Menschenhand manipulierten Regionen Gran Canarias zählt, dann solltet ihr auf jeden Fall weiterlesen. Viel Spaß mit Teil 2!


Tag 4: Das Hostel, unsere Zuflucht

Auch der nächste Morgen am Presas de las Niñas war grau und regnerisch. Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet und alles war nass und klamm. Wir wagten einen kurzen Blick aus dem Zelt und analysierten den Wetterbericht für den Tag: Starkregen und Unwetterwarnung waren angesagt. Also entschlossen wir uns spontan dazu ein Hostel für die kommende Nacht zu buchen, um auf Nummer sicher zu gehen. Relativ zügig mussten wir das Zelt im Regen abbauen und unsere Sachen zusammenpacken, da wir noch einen Weg von ungefähr 17 Kilometer bis zur nächsten Bushaltestelle in Pie de la Cuesta vor uns hatten und der Bus nur einmal am Tag fahren würde.

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Gerade rechtzeitig bevor es richtig heftig anfing zu regnen, erreichten wir die Bushaltestelle und konnten uns am daneben gelegenen Restaurant unterstellen. Kurze Zeit später kam dann auch der Bus samt Busfahrer Franco. Ein eher aufbrausender Typ, der sich mehr auf das Quatschen mit den Fahrgästen als auf das Fahren konzentrierte. Dennoch manövrierte er uns eine knappe Stunde sicher durch die Serpentinen Gran Canarias, bis wir unser Hostel in San Nicolás erreicht hatten – alles Routine für Franco, auch wenn wir leicht schwitzige Hände hatten.

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Klamotten trocknen, Tag genießen

Den Rest des Tages nutzten wir, um unsere nassen Klamotten samt nassem Zelt zu trocknen und uns auszuruhen. Da wir aus den Bergen runter ins Tal gefahren waren, hat sich die Wolkendecke aufgelockert, sodass auch die Sonne wieder durchkam und unsere Sachen relativ schnell trocknen konnten. Nach einer lang ersehnten und erfrischenden Dusche im Hostel ging es für uns zum Abendessen nur noch in die nächste Taverne und danach sofort ins Bett. Das Wetter am nächsten Tag sollte einiges versprechen, perfekt für unser nächstes Ziel!

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Tag 5: Improvisation ist alles auf Gran Canaria

Gut erholt und vor allem trocken erwachten wir am nächsten Morgen im Hostel. Da die Übernachtung im Hostel nicht geplant war, mussten wir improvisieren und unseren letzten Tage anders planen. Die sinnvollste Lösung: Wir würden eine weitere Nacht im Hostel bleiben, damit wir am nächsten Morgen den ersten Bus um 9 Uhr nehmen könnten. So hätten wir genug Zeit gehabt, um auch das letzte Ziel unserer Liste – den Naturpark Tamadaba – abzuhaken.

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Gesagt, getan. Wir buchten eine weitere Nacht im La Hoyilla Hostel, das liebevoll von einem älteren Ehepaar betrieben wird. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wirklich super und die nächste Bushaltestelle befindet sich unmittelbar neben dem Hostel – sehr zu empfehlen!

Traumhafte Wanderung zum Playa Güi Güi

Da wir also eine weitere Nacht im Hostel verbringen würden, konnten wir den Großteil unserer Sachen sicher in unserem Zimmer zurücklassen und die Wanderung zum Playa Güi Güi mit leichtem Gepäck angehen. Und das war auch gut so, denn die hatte es in sich! Der Playa Güi Güi (gesprochen: Wee Wee) ist ausschließlich zu Fuß zu erreichen und wird aufgrund dessen nur von wenigen Menschen aufgesucht. Als wir nach elf Kilometern und knapp 1500 Höhenmetern (für eine Strecke wohlgemerkt) den Strand erreichten, waren wir fast die einzigen Menschen dort. Liegt natürlich auch daran, dass wir in der Nebensaison (Februar) unterwegs waren. Die Wanderung ist zwar anstrengend, aber dennoch absolut zu empfehlen! Auf schmalen Pfaden schlängelt sich der Weg durch die saftig grüne Landschaft, die mit feuerroten Felsen überhäuft ist. Obwohl Felix und ich beide noch nie da waren, haben wir Gran Canaria spaßeshalber oftmals als Arizona bezeichnet.

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Bei strahlendem Sonnenschein und über 20° C genossen wir die Ruhe am Strand und kühlten uns selbstverständlich in den Wellen des Atlantiks ab. Den Teide (höchster Berg auf spanischem Staatsgebiet) auf der Nachbarinsel Teneriffa hatten wir stets im Blick – ein perfekter Moment! Doch allzu lange konnten wir diesen nicht genießen, da wir ja noch den Rückweg mit erneuten 11 Kilometern und 1500 Höhenmetern vor uns hatten und vor der Dunkelheit zurück im Hostel sein wollten. Dementsprechend erschöpft waren wir abends und waren froh, erneut eine Nacht in einem Bett schlafen zu können.

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Tag 6: Letzter Halt Naturpark Tamadaba

Wie am Tag zuvor geplant, fuhren wir nach dem Frühstück im Hostel mit dem ersten Bus in Richtung Naturpark Tamadaba, dem letzten Ziel unserer Tour. Hierbei handelt es sich um eines der am wenigsten von Menschenhand manipulierten Gebiete auf Gran Canaria. Grüne Wälder bestehend aus endemischen Kiefern, steile Schluchten sowie schwindelerregende Klippen erwarteten uns in dem Naturpark. Doch das Wetter wollte uns einen Strich durch die Rechnung machen. Kurz bevor wir in den Trail hinauf in die Berge einsteigen wollten, hielten uns zwei junge Damen auf und versuchten uns etwas mitzuteilen. Da Felix und ich kein spanisch können und die Damen weder deutsch noch englisch sprachen, musste der Google Translator herhalten. Das funktionierte natürlich nicht ganz so gut und wir verstanden nur etwas von „Unwetter“ und „nicht die Häuser verlassen“.

Unwetterwarnung: Sturmböen und Starkregen auf den Kanaren

Natürlich waren wir etwas stutzig und prüften das Ganze selbst noch einmal auf den Social Media Kanälen des örtlichen Wetterdienstes nach. Und tatsächlich: Gegen 16 Uhr wurde ein Sturmtief vom Atlantik kommend erwartet. Sturmböen bis 120 km/h und Starkregen wurde vorhergesagt und den Bürgern wurde empfohlen, ihre Häuser nicht zu verlassen.

„Sollen wir uns jetzt ein Hostel buchen und einfach rumsitzen und abwarten?“

Wir überlegten kurz und entschieden uns dazu den Aufstieg in die Berge zu wagen. Es war erst halb 11 am späten Morgen und das Sturmtief wurde gegen 16 Uhr erwartet. Bis dahin hätten wir schon längst die Campingfläche erreicht, einen geschützten Platz gefunden und unser Zelt aufgebaut. Und falls wir unterwegs merken würden, dass es ungemütlich wird, hätten wir jederzeit umkehren können. Die Alternative wäre gewesen, ein Zimmer im nächsten Hostel zu buchen und da zu sitzen und abzuwarten. Das kam für uns gar nicht in Frage! Also machten wir uns mit Sack und Pack auf den Weg in die Berge des Naturparks Tamadaba.

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Die beste Nacht der ganzen Tour

Das erste Stück verlief auf einem schmalen Pfad, der sich steil den Berg hoch schlängelte. Noch immer knallte die Sonne und von Unwetter war keine Spur. Wir hatten eine grandiose Aussicht auf den Naturpark, aber kamen ganz schön ins Schwitzen. Über zehn Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und die pralle Sonne sind eine anstrengende Kombination. Nach einiger Zeit wurde aus dem schmalen Pfad ein breiter Waldweg, der direkt in einen Kiefernwald hineinführte. Das kam uns ganz gelegen, da sich jetzt auch der Himmel immer weiter zuzog und es anfing zu winden und zu nieseln. So waren wir wenigstens etwas geschützt.

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Unser eigentliches Ziel war die Campingfläche im Herzen des Naturparks. Doch auf unserem Weg dorthin stießen wir auf einen Felsvorsprung, unter dem eine ganzer Touristenbus Platz gefunden hätte. Während es überall auf den Wegen schon sehr nass war und die Kiefern sich anfingen zu biegen, war die Fläche unter dem Vorsprung staubtrocken und windgeschützt. Die Felsdecke war sogar so hoch, dass wir das Zelt ohne Probleme darunter aufbauen konnten.

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Und so entschließen wir uns dazu, die Nacht unter dem Felsvorsprung zu verbringen und so dem Unwetter aus dem Weg zu gehen. Wir saßen einfach nur da, kochten unser Abendessen (Bulgursalat, hmm lecker!) und freuten uns über den schönen Lagerplatz, während es nur wenige Meter entfernt vor sich hin plätscherte und windete. Ein genialer Abschluss für die (vor)letzte Nacht in der freien Natur Gran Canarias.

Tag 7: Adiós y adiós (Tschüß und auf Wiedersehen)

Die Nacht war definitiv die wärmste und gemütlichste Nacht, die wir im Zelt verbracht haben und vom Unwetter war nichts mehr zu sehen. Ganz im Gegenteil: Wie die letzten zwei Tage zuvor kam die Sonne schon früh am Morgen raus und bescherte uns am letzten Tag noch einmal über 20° C. In aller Ruhe packten wir unsere Sachen zusammen und stiegen danach aus dem Naturpark Tamadaba in Richtung Agaete ab. Von dort aus fuhr unser Bus am frühen Abend Richtung Flughafen. Die Zeit, in der wir auf den Bus warten mussten, nutzten wir natürlich sinnvoll: Bier! So ging die Zeit relativ schnell vorbei und wir fuhren mit dem Bus zum Flughafen. Da unser Flug allerdings erst früh am nächsten Morgen ging, mussten wir die Zeit rumkriegen. Mit Isomatte und Schlafsack stellt das natürlich kein großes Hindernis dar und so ruhten wir uns noch ein paar Stunden aus. Das war auch nötig, denn im kalten Deutschland warteten schon die Minustemperaturen auf uns! Und so schnell kann eine Woche auf Gran Canaria vorüber ziehen. Adiós y adiós sagen wir und bis zum nächsten Mal!

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Kommentare (2)

  • Florian 5 Monaten ago Antworten

    Hey ihr zwei,

    klingt ja nach einem coolen Abenteuer 🙂 Sehr geil ist ja das Zelt in der Höhle. Das ist mal Luxus oder? ggg

    Liebe Grüße
    Flo von den Phototravellers

    Jannik 5 Monaten ago Antworten

    Moin!
    Das war es auf jeden Fall und die Höhle war nicht nur ein verdammt geiler Ort, sondern hat uns bei dem Unwetter auch guten Schutz geboten!

    Lieben Gruß
    Jannik

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