Einmal im Jahr treffen wir uns zum Gregory Ambassador Meeting. Kürzlich war es wieder soweit und dieses Mal ein Wochenende Wandern am Tegernsee auf dem Programm. Nach dem wir beide letztes Jahr bei der Kanutour als einzige das Boot versenkt haben, spielte uns natürlich eine Wanderung mehr in die Karten. Es ging von Bad Wiessee hinauf zum Kamp – eine wunderschöne Wanderung am Tegernsee.

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©Folkert Lenz

Details zur Wanderung über die Kampenwand

Länge: 20,10km

Dauer: 5h

Höhenmeter: ↑890 und ↓890

Flacher Start in Bad Wiessee am Tegernsee

Geparkt haben wir auf einem der drei Wanderparkplätze im Örtchen Bad Wiessee am Söllbach. An eben diesem Bach startete unsere Wanderung. Gemächlich liefen wir recht flach auf einem breiten Wirtschaftsweg, den wir uns mit einigen Mountainbikern teilen „mussten“. Alles halb so wild, dadurch dass der Weg so breit war, konnten wir uns alle gut unterhalten und über unsere nächsten geplanten Abenteuer und Touren austauschen. Ja auch bei Trekkinglife steht eine Tour im September an, more to come…

Nach ein bisschen Fachsimplen über Rucksäcke, Berge und Touren (Carola ist gerade vom ACT aus den USA wieder gekommen, schaut mal auf ihrem Blog vorbei) wurde es plötzlich sehr steil. Wir freuten uns bei strahlendem Sonnenschein und 27 Grad schon jetzt auf ein kühles Bad im Söllbach am Ende der Wanderung. 

Durch den Stinkergraben in Richtung Sonne

Durch den Stinkergraben (nein, nicht wir waren das „Problem“) ging es auf einem Singletrail weiter steil bergauf. Der Graben hat den Namen, da der Bach dort von schwefelhaltigen Quellen gespeist wird. An der ein oder anderen Stell konnte man das auch ganz gut riechen. Zum Glück bog der Weg ein wenig in den Wald ab, gab Schlimmeres als Schatten an diesem Tag.

Wohltuend war ein kleiner Wasserlauf, an dem wir eine kurze Pause einlegten und uns erfrischten, bevor es raus aus dem Wald in die Sonne auf das letzte, sehr steile Stück hinauf zum Kampen ging.

Hinauf zum Kamp – traumhaftes Panorama

Das letzte Stück hatte es in sich. 500 Höhenmeter in nur 2 Kilometern Wegstrecke – das ist steil. Entsprechend langsam kamen wir hier voran und auch die Gespräche wurden weniger, der Sauerstoff musste für andere Zwecke genutzt werden. Hinzu kam, dass dieses letzte Stück fast ausschließlich in der Sonne lag – in der Mittagshitze natürlich hervorragend. Wie ihr seht, kann das Wandern am Tegernsee – auch wenn es „nur“ die letzten Meter des Alpenvorlands sind – sehr kraftraubend sein.

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Aber wir wollen nicht jammern, oben angekommen sind wir alle. Und das Panorama dort oben – genau gesagt auf dem Ochsenkamp – auf 1595m hat auf jeden Fall für die Strapazen entschädigt. Wir konnten sowohl bis in die Hauptalpen mit ihren 3000ern blicken, als auch zurück auf den Tegernsee, wo wir unsere Wanderung begonnen hatten. Leider gab es keinen Schatten, sodass wir unsere Brotzeit und Pause in der Sonne machten. Fast bis zur Zugspitze, die Jannik zwei Wochen vorher durch die Partnachklamm und das Reintal bestiegen hatte, konnten wir blicken.

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Weiter über einen Sattel zum Spitzkamp

Danach wurde es aber spektakulär. Unsere Wanderung führte uns nicht den gleichen Weg wieder hinab, sondern über einen Sattel weiter bis zum Spitzkampkamp. Das Panorama begleitete uns permanent – ein Traum! Am Spitzkamp angekommen, wurde der Abstieg durchaus alpin. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und keine Höhenangst sind hier Voraussetzung. An einigen Stellen mussten wir unsere Hände einsetzen, oder rückwärts einen kleinen Vorsprung hinabklettern. Die Kamera musste in den Rucksack, sodass nur das ein oder anderen Handyfoto den Teil der Wanderung festhalten konnte.

Nach dem Abstieg sind wir wieder an dem Punkt angekommen, als es aus dem Wald auf das letzte Stück hinauf zum Kamp ging. Dort standen wir vor der Entscheidung: Abstecher zur Aueralm oder auf dem direkten Weg durch den Wald und den Schatten zurück zum Auto (auf dem gleichen Weg, den wir im Aufstieg genutzt hatten). Das Votum war eindeutig: zurück zum Auto auf dem kürzeren Weg, denn das war der schnellste Weg zum Bier…

So konnten wir den Abend entspannt am Grill und mit einem (oder mehreren Bierchen) ausklingen lassen.

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Fazit zum Wandern am Tegernsee über den Kamp

Absolute Empfehlung! Traumhaftes Panorama, spektakuläre Wegabschnitte, die auch geübten Bergsteigern Spaß machen. Vor allem der Abstieg vom Spitzkamp mit ein paar kleineren Klettereinheiten hatte es in sich – perfekt! Lediglich der Weg zu Beginn und am Ende über den Wirtschaftsweg sind ein wenig ätzend, vor allem auf dem Weg zurück, da sich die Strecke zum Auto dann doch zieht. Aber für uns war das völlig in Ordnung, da wir so nebeneinander laufen konnten – zum Unterhalten die angenehmere Art und Weise. Das Wandern am Tegernsee ist jedem empfohlen!

Hier findet ihr weitere Tourenberichte unserer Wanderungen.

Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

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