Die Quinta Regaleira in Sintra und eine Treppe, die in den Boden führt

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Schon zum zweiten Mal führte mich mein Weg nach Sintra. Wie ich bereits im ersten Teil geschrieben hatte, gibt es so unglaublich viel zu sehen, dass man gut und gerne zwei Mal herkommen sollte, um möglichst viel mitzunehmen. Die Quinta Regaleira in Sintra ist gar nicht die wirkliche Sehenswürdigkeit, es ist vielmehr der angrenzende Park! Ein weiteres Highlight in Sintra…

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Die Anreise verlief genauso unproblematisch mit dem Zug nach Sintra wie das letzte Mal. Zu Fuß vom Bahnhof der Hauptstraße durch die historische Altstadt folgend, war ich nach etwa 15 Minuten bei traumhaftem Wetter am Haupteingang des Parks. Es ist leicht zu finden, entweder den Schildern oder den Touristen folgen, verlaufen könnt ihr euch sicherlich nicht.

Der Eintritt in diesen Park und die Quinta Regaleira kostet 6€, ist also günstiger als der Eintritt zum Palácio Nacional da Pena und es sind nicht ganz so viele Touristen unterwegs wie an der Hauptattraktion. Was aber nicht heißt, dass ihr alleine unterwegs seid…

An der Kasse wurde mir eine Parkkarte ausgehändigt, scheinbar waren viele deutsche Touristen in den letzten Tagen dort, ich musste mit der französischen Variante auskommen. Egal, mit meinem französisch komme ich noch weit genug, um mich nicht zu verlaufen.

Die Quinta Regaleira

Wer von euch dem Portugiesischen mächtig ist, ahnt schon, um was es sich eigentlich handelt. „Quinta“ bedeutet „Landgut“ oder „Gehöft“. Es ist ein Herrenhaus, das – so wie es heute dort steht – zwischen 1904 und 1910 während der letzten Züge der portugiesischen Monarchie erbaut wurde. Zusätzlich wurde eine Parkanlage im italienischen Stil erschaffen. Verantwortlich für das Erschaffen des Anwesen war António Augusto Carvalho Monteiro, der das Haus 1893 in einer öffentlichen Auktion ersteigerte.

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Blick auf die Quinta Regaleira

Genug der Historie, zurück zu den Attraktionen. Die Quinta Regaleira also das Herrenhaus an sich gehört auch zum UNESCO Weltkulturerbe und ist vor allem wegen der beeindruckenden Holzdecken sehenswert – das obere Stockwerk konnte ich gar nicht besichtigen, da dieses momentan renoviert wird (Stand April 2018). Abgesehen von den Decken fand ich das Innenleben allerdings nicht sonderlich außergewöhnlich.

Der Park dagegen ist wunderschön und ist definitiv lohnenswert, auch wenn viele Touristen sich dort die Zeit vertreiben. In der Parkanlage verteilt sich dies relativ schnell. Kleine Bäche, kleine Wasserfälle, ein See mit versteckter Grotte, unterirdische Gänge, die bereits erwähnte Treppe und traumhafte Flora und Fauna – es lässt sich definitiv hier aushalten

Was hat es mit dieser Treppe auf sich?

Kalt, feucht, dunkel, rutschig, nass, Stau und Kollisionen. So lässt sich die Treppe vielleicht zusammenfassen. Es ist eine Treppe, die 27 Meter tief spiralförmig in den Boden führt. Die Treppe erinnert an einen Brunnenschacht, der nie fertig gestellt wurde.

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Verwirrt? Die Treppe von unten nach oben fotografiert

Der Weg von oben nach unten oder unten nach oben ist beschwerlich. Viele Menschen wollen natürlich dort hinein, die Stufen sind schmal, Fotos werden gemacht, und schon entsteht ein Stau. Entweder man quetscht sich an den Menschen vorbei oder man bringt ein wenig Geduld und Zeit mit. Unten angekommen, sieht das Bauwerk noch beeindruckender aus, wenn man gen Himmel schaut.

Vorteil: Zurück nach oben musste ich nicht. Denn der Park ist mit einem unterirdischen Tunnelsystem durchzogen, durch welches ich laufen konnte, und so kam ich mit der Handytaschenlampe bewaffnet wieder im Freien an. Ja, ihr lest richtig: Taschenlampe. Die Gänge sind – wenn überhaupt – nur vereinzelt mit schwachem Licht ausgestattet, an einigen Stellen ist es stockduster. Teilweise sind die Decken auch echt tief, also am besten auf den Kopf aufpassen.

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Weiter ging es durch den Park vorbei an kleinen Türmen und weiteren faszinierenden Bauwerken. Hier haben Bildhauer und Steinmetze ganze Arbeit geleistet. Ziel war ein kleiner See. Direkt neben dem See ist der Eingang zur Labyrinth-Grotte versteckt. Ein wirkliches Labyrinth ist es nicht, da es nur einen Weg gibt, aber ein Blick hinein ist Pflicht! Bevor es zurück nach Lissabon ging, genoss ich noch die Sonnenstrahlen auf einer Bank.

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Fazit Nummer 2 zu Sintra

Auch diesen Besuch habe ich nicht bereut. Ich fand diesen Park sogar faszinierender als den riesigen Park rund um den Pena-Palast, wobei ich den Jardins do Parque da Pena zum Wandern schöner fand – einfach weil er größer ist, weitläufiger und sich damit mehr dafür anbietet. Rund um die Quinta da Regaleira gibt es viele kleine Details zu entdecken. Etwa zwei, noch besser drei Stunden solltet ihr für das Herrenhaus inklusive Park einplanen.

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Öffnungszeiten (2018):

Januar, November, Dezember: täglich 10 – 17:30 Uhr

Februar, März, Oktober: täglich 10 – 18.30 Uhr

April – September: täglich 10 – 20 Uhr

Eintrittspreise (2018):

Ohne Führung:

Erwachsene: 6,-€

Kinder (6-17 Jahre): 4,-€

Mit Führung:

Erwachsene: 12,-€

Kinder (6-17 Jahre): 8,-€


Den ersten Artikel zu Sintra und dem Palácio Nacional da Pena findet ihr hier in meinem Artikel „Sintra – ein Ort der Ruhe (zumindest fast)“.

Viele weitere nützliche Infos und Tipps findet ihr online in diesem Reiseführer.

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