Anstrengend ist der Trail! Der Wanderweg vom Königsseeufer in Schönau über die Kührointalm und den Rinnkendlsteig nach St. Bartholomä ist anspruchsvoll, steil und fordernd. Ganze 5:30 Stunden waren wir unterwegs.

Traumhafte Ausblicke und ein wunderschöner Wanderweg machen die Tour zu einem echten Highlight im Nationalpark Berchtesgaden. Am Fuße des Watzmannmassivs ist aber Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefordert.

Tag2_Rinnkendlsteig

Übersicht zur Wanderung auf dem Rinnkendlsteig

Länge: 11,8km

Dauer: 05:30h

Höhenmeter: ↑906m und ↓883m


Aufstieg über den Grünstein

Wie immer bisher haben wir auch diese Nacht im Zelt in unserem Basislager „Campingplatz Grafenlehe“ verbracht und nach einer ruhigen Nacht konnten wir nach unserem Frühstück gestärkt starten.

Das Frühstück war auch bitter nötig denn es ging direkt los in Richtung Rinnkendlsteig, und zwar steil vom ersten Meter an. Am Seeufer entlang, vorbei an der berühmt berüchtigten Rodel- und Bobbahn am Königssee verliefen die ersten 200 Höhenmeter bis zum Einstieg zum Klettersteig Grünstein auf einem breiten Wanderweg. Anstrengend war es trotzdem! Erst danach sind wir auf einen kleinen Trail abgebogen und gefühlt (vermutlich nicht nur gefühlt) wurde es direkt noch steiler…

Auf einem schmalen, felsigen Pfad ging es in Serpentinen steil bergauf in Richtung der Grünsteinhütte. Dort kann man sehr gut einen Pause machen, dafür müsste man einen Umweg von etwa 10 Minuten in Kauf nehmen. Wir haben uns morgen um 10 Uhr die Einkehr gespart und sind weitergelaufen.

Zum Glück empfanden wir den Trail beide als sehr anstrengend, sodass wir fast immer gleichzeitig stehen blieben, um nach Luft zu schnappen und nebenbei den schönen Ausblick auf das Berchtesgadener Land zu genießen.

Rinnkendlsteig-Ausblick

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir zum Glück ein kleines Waldstück, in dem der Weg es nett mit uns meinte. Durch den Wald führte der Weg hier nur leicht bergauf und teils sogar eben – erinnerte uns sehr stark an den Eifelsteig. Kurze Zeit später erreichten wir die Kührointalm, auf der wir uns ausnahmsweise mal kein Pausenbier gönnten, sondern uns kulturell fortbildeten und die dort gelegene Infostelle des Nationalparks Berchtesgaden besuchten.

Der Rinnkendlsteig – ausgesetzte Stellen und felsig

Als Pausenplatz haben wir uns die 15 Minuten entfernte Archenkanzel ausgesucht, auf der wir ganz alleine den Ausblick genießen konnten. Bei einer heißen Tasse Kaffee und einer deftigen Brotzeit regenerierten wir uns ein bisschen, um für den harten Abstieg bereit zu sein – und das war auch notwendig. Denn der Rinnkendlsteig beginnt erst ab hier offiziell.

Rinkkendlsteig_Abstieg

Abstieg nach St. Bartholomä

Denn die nächsten zwei Stunden ging es den Rinnkendlsteig nur bergab, von etwa 1400m auf Seehöhe (600m), aber das Ganze nicht gemütlich sondern über einen als „Schwarze Route“ markierten Steig. Das heißt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit in Absturzgelände sind absolute Vorraussetzung. Entsprechend vorsichtig sind wir über den teils drahtseilversicherten Steig quer durch eine fast senkrechte Wand mit ausgesetzten Stellen abgestiegen.

Problematischer wurde der Abstieg noch durch einsetzenden Regen, was den ohnehin schon rutschigen Weg noch rutschiger machte – und links von uns ging es immer wieder mehrere Hundert Meter nach unten. Die letzten 200 Höhenmeter abwärts verliefen durch ein Waldstück, bei trockenen Bedingungen sicherlich angenehm zu laufen (sofern man nicht in die andere Richtung nach oben läuft).

Der Regen der letzten Wochen hat den Boden aber aufgeweicht und auch die feuchten Wurzeln auf dem Weg sind gefährlich, oder wie Jannik zu pflegen sagt:

Attention, slippery ground!

Ob das so grammatikalisch richtig ist, sei mal dahingestellt, aber es trifft den Nagel auf den Kopf, rutschig war’s! Insgesamt ist der Weg aber gut machbar, da die schwierigsten Stellen mit einem Drahtseil gesichert sind und somit sind wir letztlich ohne größere Schwierigkeiten am Seeufer wieder angekommen. Lediglich trittsicher und schwindelfrei müsst ihr hier definitiv sein!

Wenn ihr einen genauen Eindruck über den Weg haben wollt, schaut in unser Video rein!

Die Königsbachfälle – ein Geheimtipp

Nachdem wir uns zusammen mit vielen anderen Touristen einen Platz in einem Boot gesichert hatten, das uns zurück nach Schönau gebracht hat, haben wir uns noch auf den Weg zu den Königsbachfällen gemacht. Das Stop-Schild, das eigentlich den Weg für beendet erklärt, haben wir gekonnt ignoriert und sind weitergelaufen.

Es hat aber seinen guten Grund, denn der Weg wird nicht mehr gepflegt und die ursprünglich vorhandenen Drahtseile wurden entfernt, sodass wir teils auf Steinen im Wasser am Ufer des Königssee balanciert sind, aber wir sind angekommen und es hat sich gelohnt! Die Kaffeepause an den Königsbachfällen mit herrlicher Aussicht, war sicherlich schon jetzt eines der Highlights der Tour! Aber seht selbst:

Königsbachfälle_Rinnkendlsteig

Kaffeepause_Königssee_Rinnkendlsteig

Der Tagesabschluss war mehr als gelungen und nach ein wenig Kletterei waren wir auch schnell wieder in Schönau zurück am Campingplatz, das Sandmännchen kam nach diesem langen Tag ziemlich schnell…


Hier findet ihr unsere weiteren Tour im Nationalpark Berchtesgaden:

Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

4 Kommentare

  1. Tolle „Doppeltour“. Zum Königsbach Wasserfall bin ich persönlich noch nicht gegangen. Da würde mich die Route mal interessieren.

    • Thomas Antworten

      Hallo Mike! Einfach am Malerwinkl-Asublick geradeaus weiterlaufen, dann kommt irgendwann ein Schild „Stop! Lebensgefahr“ (da der Steig nicht mehr kontrolliert wird und verfällt) Dieses ignorieren und nach ein bisschen Balancieren über Steine im Königssee kommst du nach etwa 20 Minuten an den Wasserfall

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