Testbericht: Sawyer Mini Filter

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Eine längere Trekkingtour wie unsere in Schweden, bei der wir 10 Tage lang fast ausschließlich die Zivilisation gemieden haben, bringt natürlich die ein oder andere Herausforderung mit sich. Den sicherlich wichtigsten Punkt – die Wasserversorgung – haben wir mit dem Sawyer Mini Filter gelöst. So konnten wir aus den Seen in Schweden das Wasser filtern und danach bedenkenlos trinken. Wie sich der ultraleichte, sehr kleine Wegbegleiter geschlagen hat, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

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Disclaimer: Die Produkte (zwei Sawyer Mini Filter) wurden uns kostenfrei zum Testen zur Verfügung gestellt. Da es sich um einen redaktionellen Beitrag mit unserer eigenen Meinung ohne Vorgaben des Herstellers handelt, müssten wir diesen eigentlich nicht mit „Werbung“ kennzeichnen. Wir haben es dennoch getan, um in der aktuellen Diskussion um Werbekennzeichnung auf der sicheren Seite zu sein.


Über Sawyer

Seit 1984 kümmert sich das US-amerikanische Unternehmen Sawyer vor allem um Filtersysteme und Insektenschutz. Sawyer arbeitet auch mit der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zusammen, wobei Studien durchgeführt wurden, die das Ziel hatten, Insektenschutzmittel (Permethrin) auf Moskitonetzen einzusetzen. Mittlerweile ist Sawyer in diesem Segment Marktführer.

„We’re specifically dedicated to eliminating two of the biggest causes of death in the world: bad water and mosquito bites.“

Zu diesen beiden Punkten kommen noch der Sonnenschutz und Erste-Hilfe-Lösungen dazu. Sawyer schreibt dazu auf der eigenen Webseite (aus dem Englischen übersetzt):

1 Wasserfilterung

Leichte und langlebigeWasserfilter: tragbare, zuverlässige 0,1-Mikron- und 0,02-Mikron-Wasserfilter, die kein Pumpen, keine Chemikalien und kein Warten erfordern. Auf den Wasserfiltern liegt das Hauptaugenmerk von Sawyer, neben dem Mini, den wir getestet hatten, gibt es noch einige weitere Filtersysteme.

2 Insektenschutzmittel

Schutz vor krankheitsübertragenden Insekten, einschließlich der Gelbfiebermücke, die das Zika-Virus trägt.

3 Sonnenschutz

Eine spezielle Matrix-Formel schützt den ganzen Tag über komfortabel (LSF30 und LSF50 erhältlich) und die Sonnencreme dringt in tiefere Hautschichten vor.

4 Erste Hilfe

Sawyer bietet eine Vielzahl von bewährten Erste-Hilfe-Lösungen für eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten, darunter ein Biss- und Stachelextraktions-Kit, blasenverhindernde Bandagen und schnell wirkende Verbände, um Blutungen schnell zu stoppen.

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Wir schauen in diesem Testbericht auf den Sawyer Mini Filter*, auf welchen wir in Schweden zurückgegriffen haben – die Mücken waren zum Glück Mitte Mai noch nicht ganz so nervig.

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Verarbeitung

Der Filter ist vollständig aus Plastik gefertigt. Natürlich abgesehen von der im Filter eingesetzten Membran, die das Wasser filtert. Die Verarbeitung durch das Plastik wirkt natürlich nicht so hochwertig wie andere Materialien, beispielsweise Aluminium oder Titan. Dadurch ist der Filter mit 65 Gramm aber sehr leicht und mit etwa 30 Euro sehr erschwinglich. Wichtiger ist jedoch, ob der Sawyer Mini Filter auch das macht, wozu er verwendet werden soll: Wasser filtern. Dazu gleich mehr.

Funktionalität

Sawyer schreibt auf seiner Website, dass das durch ihre preisgekrönte Membran gefilterte Wasser sauberer ist, als das in den USA in Flaschen abgefüllte Wasser ist. Wir haben natürlich keine eigenen Tests in Schweden machen können und wissen auch nicht, welche Qualität das Wasser in den USA hat. USEPA zertifizierte Tests zeigen aber, dass 99,9999% aller Bakterien (z.B. Salmonellen, Cholera, E.coli) und Protozoen (z. B Giardien und Kryptosporidien) aus dem Wasser herausgefiltert werden. Wer sich von euch durch die wissenschaftlichen Tests lesen oder quälen möchte (auf englisch), kann hier nachschauen. Dort ist auch genauestens erklärt was und wie getestet wurde – sehr interessant, aber auch sehr wissenschaftlich!

Viren werden theoretisch nicht gefiltert. Diese sind zu klein für die Membran. Aber da sich Viren an Organismen heften, um zu überleben, werden auch die Viren mit hoher Wahrscheinlichkeit herausgefiltert, da die größeren Organismen wiederum durch die Membran gefiltert werden. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht! Somit ist vor allem bei stehenden Gewässern Vorsicht geboten. Wir haben in Schweden auf dem Sörmlandsleden aber auch aus den Seen das Wasser gefiltert und hatten keine Probleme. Wobei die Wasserqualität in den Seen in Schweden sowieso um einiges höher ist als hierzulande.

Ebenso wenig werden Schwermetalle oder Chemikalien gefiltert.

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Schwachpunkt Squeeze Bag?

Hinter diese Frage können wir ein Ausrufezeichen setzen. Dieser 0,5 Liter fassende „Plastikbeutel“ ist bei stehendem Gewässer kaum nutzbar. Denn ihr könnt euch vorstellen, dass wenn man den Beutel unter Wasser hält kein Wasser hineinfließen kann, da das Wasser von außen den Beutel zusammendrückt (kompressibler Raum). Dafür ist das Plastik nicht fest genug, wie beispielsweise bei handelsüblichen PET-Flaschen. Bei fließendem Gewässer sicherlich einfacher, in den Beutel Wasser laufen zu lassen.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Stelle zwischen Plastikbeutel und Gewinde. Gefühlt ist dies eine „Sollbruchstelle“, bei Jannik ist genau am Übergang an der Kante von Gewinde und Beutel das Plastik eingerissen – nach 3 Tagen. Somit ist der Beutel natürlich nicht mehr nutzbar, da dort Wasser herausläuft. Aber ganz ehrlich: kein großer Verlust, da wir diesen Beutel eh nicht wirklich genutzt hatten (lediglich zum Filtern von Wasser direkt in den Topf).

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Die Hauptaufgabe: Wasser filtern

Jetzt aber zum wichtigsten Punk. Mal abgesehen von dem Plastikbeutel gibt es nichts zu beanstanden. Auch schmutziges Seewasser kann der Filter problemlos filtern und trinkbar machen. Wichtig ist, dass nicht zu viele Schwebestoffe, wie zum Beispiel Pflanzenteile im Wasser sind, sonst verstopft der Filter. Die Membran im Sawyer Mini Filter funktioniert bestens! Wir hatten auf unserer Tour durch Schweden nie Probleme mit dem Wasser – top!

Klar, der Filter kann den Geschmack des Wassers nicht wirklich verbessern, das liegt daran, dass kein Kohlefilter eingebaut ist (der die Langlebigkeit verkürzen würde). Aber das ist auch kein Muss, denn ob das Wasser ein wenig nach Erde oder Eisen schmeckt, ist auf keinen Fall wichtig.

Anwendungsbereiche

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Filter einzusetzen. Zum einen könnt ihr den Filter auf den Trinkbeutel schrauben und so durch den Filter direkt trinken (sofern ihr Wasser in den Beutel bekommt). Zum Anderen könnt ihr auch den Trinkhalm nutzen, der zum Lieferumfang dazu gehört, und damit direkt aus dem Bach oder See trinken. Die dritte Alternative ist es, den Filter in das Trinksystem des Rucksacks zu integrieren. Dafür müsst ihr den Schlauch einmal durchschneiden und dann von beiden Seiten die Schlauchhälften auf den Filter schieben. Dann könnt ihr die Trinkblase einfach mit schmutzigem Wasser füllen und beim Trinken wird das Wasser gefiltert – praktisch!

Braucht ihr größere Mengen Wasser zum Kochen könnt ihr auch auf einen Wassersack* zurückgreifen. Dort könnt ihr den Filter anschrauben, den Wassersack aufhängen und einen Topf drunter stellen. Schon läuft das Wasser automatisch (Schwerkraft) durch den Filter in den Topf.

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Fazit zum Sawyer Mini Filter

Der Sawyer Mini Filter ist klein, leicht und erfüllt seinen Job ohne zu meckern (wie auch…). Eines der sinnvollsten Teile, die man auf Trekkingtouren mitnehmen kann, um jederzeit an Wasser zu kommen. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist super und die Marktpreise rund um 30 Euro sind absolut gerechtfertigt.



PositivNegativ
Gut!Squeeze Bag (Trinkbeutel) nicht wirklich nutzbar
Klein und ultraleicht
Lässt sich auf handelsübliche PET-Flaschen schrauben

Lieferumfang und technische Details

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Enthalten im Lieferumfang sind:

  • Filter
  • Squeeze Bag (Trinkbeutel)
  • Trinkhalm
  • Spritze

Gewicht: 65g

Porengröße der Membran: 0,1 Mikrometer

Filterleistung: 1,7l/min

Filterkapazität: 375.000 Liter

Preis: um die 30€

Hier könnt ihr den Filter kaufen.*


Pflegehinweise

Bleibt offen, wann ein solcher Filter gereinigt werden muss. Ganz einfach: wenn die Durchflussrate abnimmt und somit unten weniger Wasser rauskommt (die Qualität des Wassers bleibt gleich). Dann ist der Filter irgendwann verstopft und ihr müsst diesen mit der Spritze ausspülen und schon kann es wieder weitergehen. Das Ausspülen funktioniert in entgegengesetzter Filterrichtung. Meist müsst ihr ein bis drei Mal durchspülen, bis der Filter wieder sauber ist. Am Anfang kommt eine Zielich braune Suppe aus dem Filter, und bei jedem weiteren Spülgang wird das Wasser klarer. Ihr könnt den Filter auch mit gerade gefiltertem Wasser durchspülen, wenn ihr beispielsweise auf einer längeren Trekkingtour unterwegs seid und kein sauberes (Trink-)Wasser zur Verfügung habt.


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