Sintra – ein Ort der Ruhe (zumindest fast)

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Vielleicht habt ihr von Sintra schon einmal gehört. Märchenhaft, traumhaft schön, fabelhaft – ist dem wirklich so? Ich habe das UNESCO-Weltkulturerbe dort besucht, habe mir alles angeschaut und muss sagen (Vorsicht: außerhalb der Hochsaison), dass es sich dort sehr gut aushalten lässt. Es lohnt sich wirklich! Nach meinen Ausschweifungen über Erasmus, gibt es heute auch wieder einmal einen Tipp zu Portugal, Lissabon und Umgebung. Genauer gesagt: Tipps für einen Besuch in Sintra.

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Palácio Nacional da Pena

Walt Disney, bist du es?

Das könnte man sich beim Anblick des Palácio Nacional da Pena, der oben auf dem Bild zu sehen ist, denken. Grelle Farben, mitten in einem riesigen Park gelegen und die Bauweise lassen doch sehr an einen Disney-Film erinnern. Oder war der Palast in Sintra Vorbild für Walt Disney? Wer weiß das schon. Aber eins nach dem anderen: Die Stadt liegt etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon im Sintra-Gebirge.

Anreise nach Sintra

Zuerst einmal mussten wir natürlich dort hinkommen (ich war mit meinen Eltern dort, die zu Besuch in Lissabon waren). Nichts leichter als das. Aus dem Stadtzentrum in Lissabon fahren vom Bahnhof Rossio (erreichbar mit der grünen U-Bahn-Linie) alle halbe Stunde Züge nach Sintra. 4,30€ kosten Hin- und Rückfahrt zusammen, anders als in Deutschland für eine 40-minütige Zugfahrt definitiv kein Vermögen. Zahlen müsst ihr mit der wiederverwendbaren „Viva Viagem“ Karte für öffentliche Verkehrsmittel, welche für Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen verwendet wird, und einmalig 50 Cent kostet.

Viel entspannter könnt ihr gar nicht nach Sintra kommen. Nehmt nur einen möglichst frühen Zug (Empfehlung bis maximal 10 Uhr), um zum Einen den Touristen-Massen zu entgehen und zum Anderen auch genügend Zeit vor Ort zu haben. Am Zielbahnhof – gleichzeitig Endstation –  angekommen, wurden wir erst einmal von verschiedenen Menschen angequatscht, die uns eine Fahrt in ihrem Tuk-Tuk andrehen wollten – nein, danke. Wir gingen lieber zu Fuß.

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Palácio Nacional da Pena und Castelo dos Mouros

Hoch über der Historischen Altstadt ragen die verfallene Festung Castelo dos Mouros und der märchenhafte Palast von Pena empor. Erreichbar sind beide kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten mit dem Bus, den Tuk-Tuks oder zu Fuß. Wir haben uns für den Fußweg durch den Botanischen Garten („Parque da Liberdade“) hinauf in Richtung Festung entschieden. Fast nahtlos ging es in den Parque das Merendas über. Wir haben die Festung nicht besucht, sondern sind direkt weiter zum Palácio Nacional da Pena gelaufen. Die meisten nehmen auch nicht den Fußweg (stellenweise recht steil, aber alles kein Problem), sondern lassen sich kutschieren. Völlig ruhig gelegen und vom Auto- und Buslärm der Touristen in Sintra ist in den Parks nichts zu hören – ein Traum! Und sehr empfehlenswert, zu laufen.

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Der Eintritt zum Palast von Pena und den Park kostet in der Nebensaison bis April 11,50€ pro Erwachsenem (Hochsaison 15€). Inkludiert sind der Eintritt in die riesige Parkanlage Jardins do Parque da Pena und der Eintritt in die Innenräume des Palastes. Wenn euch nicht interessiert, wie die Könige damals in den Räumen gelebt haben, kostet der Eintritt 7,50€ für den Park. Mit diesem Ticket kommt ihr aber auch bis ran an den Palast, könnt diesen umrunden und von dort oben in die Tiefebene Richtung Atlantik schauen. Nur die Toilette des Königs bleibt euch eben vorenthalten.

Kleiner Tipp: bei einer Online-Buchung der Tickets spart ihr euch nicht nur die Schlangen an den Kassen, sondern bekommt auch noch 5% Rabatt auf den Eintrittspreis.

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Wir schauten uns zu erst den Palast an. Und hier merkten wir dann doch, dass der Ort ein Touristenmagnet ist, dennoch wunderschön. Auch die Innenräume standen bei uns auf dem Plan, stellenweise gab es Stau und wir mussten im ein oder anderen Raum warten, bevor sich die Schlange an Menschen weiterschob – ich möchte gar nicht wissen, wie es in der Hauptsaison dort ist…

Von dort setzten wir unseren Fußmarsch durch den Park – gehört zum UNESO Weltkulturerbe – fort. Den Weg in den Park machten aber nicht viele andere Leute mit uns, sodass wir schnell wieder ziemlich alleine unterwegs waren. Dieser Park ist so riesig, dass wir gar nicht alles geschafft hatten. Wir liefen vom Palast weiter bis zum High Cross, mit 540m der höchste Punkt des Sintra-Gebirges. Von dort hatten wir bei super Wetter besten Blick bis nach Lissabon.

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Blick in Richtung Lissabon (versteckt hinter dem Baum) mit der Tejo-Mündung in den Atlantik

Wir wanderten weiter durch den Park mit dem Ziel der historischen Altstadt Sintras. Nochmals zeigte sich der Park von seiner schönsten Seite. Es ging gefühlt durch einen Tropenwald, bei Sonnenschein und mediterranem Klima auch kein Wunder. Farne, Palmen und einige andere tropenähnliche Gewächse, die ich nicht vermag zuzuordnen – ich bin ja auch kein Experte für die Flora und Fauna. Vorbei an kleineren Seen, in die im Park alle kleinen Bäche münden, gelangten wir zum Abstieg in die Altstadt. Ein recht neu angelegter Weg, der wirklich schön zu laufen war. Auf einem Singletrail ging es eine ganze Weile bergab.

Historische Altstadt

Unten angekommen hatten uns die Menschenmassen wieder. In den engen Gassen der historischen Altstadt wimmelte es nur so von Menschen. Hier merkt man dann doch, dass man an einem Touristen-Hotspot unterwegs ist. Wir setzen uns in ein kleines typisches Café (Casa Pirquita), genossen noch ein wenig das Wetter und gingen dann noch durch die Gassen der Altstadt – schön! Es war dann aber auch schon nach 16 Uhr und so machten wir uns dann gegen 16 Uhr auf den Rückweg in Richtung Lissabon.

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Schmuckstücke in den Straßen der Historischen Altstadt Sintras

Was gibt es noch zu sehen?

Im erwähnten Park rund um den Palácio Nacional da Pena gibt es noch so viel mehr zu sehen, und dann ist da ja auch noch der Hauptpalast: Palácio Nacional de Sintra. Dies ist ein ehemaliger königlicher Palast, der bereits im 10. Jahrhundert das erste Mal erwähnt wurde und inmitten der historischen Altstadt Sintras liegt. Außerdem gibt es noch den Monserrate Palast zu sehen.

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Palácio Nacional de Sintra

Fazit zu Sintra

Sintra und die umliegenden Parkanlagen sind ein Traum. Super schön und im Park auch vollkommene Ruhe – zumindest in der Nebensaison. Wenn es Richtung Sommer geht, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es deutlich voller ist und mehr Besucher in das Sintra-Gebirge kommen werden.

Fahrt ihr nach Sintra, genießt die Zeit dort, lauft zu Fuß und stresst euch nicht, dann müsst ihr defintiv ein zweites Mal wieder kommen, um alles zu sehen. Und das würde ich euch auch empfehlen, denn es gibt so viele schöne Ecken. Meine Empfehlung: einfach (auch ziellos) durch die Parks laufen, dann entdeckt ihr die ein oder andere fantastische Ecke. Da wäre es schade, wenn ihr euch abhetzen müsstet. So geht es auch mir.

Ich werde sicherlich in meiner Zeit hier in Lissabon nochmals dort hinfahren und mir die restlichen Sehenswürdigkeiten anschauen. Habt ihr allerdings nur einen Tag, könnt ihr die Stadt natürlich trotzdem besuchen. Dann solltet ihr die Möglichkeit in Betracht ziehen, den Linienbus zu nehmen, der im Kreis fährt und euch so zu den Sehenswürdigkeiten bringt – das spart Zeit.

Und wenn ihr Zeit habt: nicht weit von Sintra entfernt liegt das Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Nachdem ich mit Jannik bereits am südwestlichsten Punkt Europas war, fehlt mir dieser Ort noch auf meiner Liste. More to come…

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Blick vom Palácio da Pena auf das Castelo dos Mouros


Viele weitere nützliche Infos und Tipps findet ihr online in diesem Reiseführer.

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