Testbericht: Arc’teryx Alpha AR

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Nachdem ich mit der Arc’teryx Atom LT schon sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, konnte ich auch die Arc’teryx Alpha AR ausgiebig testen und genauer anschauen. Tatsächlich habe ich die Hardshelljacke länger als die Atom LT in meinem Besitz. Fast anderthalb Jahre besitze ich die Alpha AR nun und es wird Zeit für einen Testbericht.

  • Wasserdicht
  • Winddicht
  • Atmungskativ

Als Hardshelljacke muss natürlich auch die Alpha AR diese drei elementaren Punkte erfüllen. Schafft die Jacke das?

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Eigenschaften der Arc’teryx Alpha AR

  • Kategorie: Trekking, Klettern, Hochtouren
  • Material: 100% Nylon (N40p-X und N80p-X)
  • Gewicht (nachgewogen): 412g (Größe M)
  • Membran/Laminat: 3-lagiges Gore-Tex Pro Laminat
  • Eigenschaften: wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv
  • Merkmale:
    • Frontreißverschluss mit Frontleiste (eingenähter Kinnschutz)
    • Unterarmreißverschlüsse für zusätzliche Belüftung
    • wasserdichte Brusttasche auf der Innenseite
    • Zwei hochgesetzte Außentaschen, Zugriff bei angelegtem Hüftgurt/Klettergurt gewährleistet
    • Kapuze (kompatibel mit Helm) mit Kordelzug vorne und hinten

Das aktuelle Modell ist in drei Farben erhältlich: dunkelblau, rot, schwarz. Das Vorgängermodell war auch zusätzlich noch in grün und einem hellen blau verfügbar. Ich habe mich ganz bewusst gegen schwarz entschieden, da eine helle Farbe eine Signalfarbe und im Notfall im hochalpinen Gelände überlebenswichtig ist. Für 580€ gehört die Jacke euch – definitiv kein Schnäppchen.

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Die Arc’teryx Alpha AR im Einsatz während unserer Wanderung auf dem Fischerweg.

Der äußere Eindruck

Beim Anfassen der Jacke merkt man sofort, dass die Jacke sehr dünn – ja fast hauchdünn – ist. Und das soll mich vor jeglichem Wetter schützen? Ich nehme die Antwort vorweg: ohne Probleme meistert die Jacke sämtliche Wettereinflüsse, die von oben, unten, vorne oder hinten kommen. Warm hält die Jacke allerdings nicht. Kein Wunder, ist sie doch extrem dünn. Aber dafür ist eine Hardshelljacke auch primär nicht konzipiert. Dafür haben wir ja eine Isolationsschicht unter der Jacke (bspw. ein Fleece, Daunen- oder Kunstfaserjacke). Es gibt auch Hardshell-Modelle mit Fütterungen, die kosten aber auch gleich noch einmal 200€ mehr und sind den extremsten Expeditionen auf diesem Planeten vorbehalten.

Die Verarbeitung im Test

Trotz des extrem dünnen Materials fühlt sich die Jacke keinesfalls billig an. Reißverschlüsse, Kapuze und Kordelzüge machen alle einen sehr wertigen Eindruck. Die Reißverschlüsse sind im Vergleich zur Arc’teryx Atom LT recht schwergängig, vermutlich der Auslegung auf Wasserdichtigkeit geschuldet. Und auch nach über einem Jahr sind noch alle Kordelzüge und Reißverschlüsse ohne Schaden. Sehr gut! Auch die Kletterverschlüsse an den Armbünden funktionieren weiterhin tadellos.

Wie gerade bereits angeklungen, fühlt sich die Jacke hochwertig an – bei dem Preis auch selbstverständlich, oder? Die Jacke ist mit einem 3-lagigen Gore-Tex Pro Laminat ausgestattet, das laut Gore-Tex „für extreme Herausforderungen entwickelt“ wurde. Und so fühlt es sich auch an. Die Jacke ist recht steif.

Das hat zum einen mit dem Laminat zu tun (über Gore-Tex erfahrt ihr in unserem „Theorie-Artikel“ mehr), zum anderen besteht das Obermaterial aus äußerst robustem N40p-X (Nylon). An besonders beanspruchten Stellen kommt sogar N80p-X zum Einsatz. Zum Beispiel an den Schultern, wo ein schwerer Rucksack ständig reibt.

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Ein Einsatzbeispiel für die Jacke – so spektakulär war ich mit der Jacke noch nicht unterwegs; Quelle: k-g-k.com

Robust genug?

Dieses robuste Obermaterial macht sich bemerkbar. Auch nach anderthalb Jahren gibt es nicht den Hauch von Abnutzungsspuren. Die Jacke wurde von mir in der Zeit auf drei langen Trekkingtouren (Eifelsteig, Ahrsteig und Rota Vicentina) mit schwerem Rucksack, diversen Tagestouren und mit einigem Felskontakt in den Alpen (Nationalpark Berchtesgaden) getragen. So gesehen ist die Überschrift eher als Suggestivfrage zu sehen. Ja, die Arc’teryx Alpha AR ist robust genug. Defintiv!

Funktionalität der Arc’teryx Alpha AR

Wasserdichtigkeit

Lange Zeit konnte ich die Wasserdichtigkeit nicht testen, da es einfach auf unseren Touren nicht geregnet hatte. Aber irgendwann musste die Zeit kommen und sowohl am letzten Tag in Berchtesgaden am Obersee als auch auf dem Ahrsteig und hier in Lissabon hat es geregnet. Und nach einigen heftigen Regenschauern vor allem in Lissabon (ja auch in Lissabon regnet es), kann ich beruhigt feststellen: die Jacke ist wasserdicht.

Winddichtigkeit

Den Test der Winddichtigkeit hat die Alpha AR mit Bravour an der Atlantikküste auf dem Fischerweg gemeistert. Dort hatten wir permanent Wind, von vorne und von hinten und die Jacke hat mich vor allen äußeren Einflüssen geschützt – so soll es sein. Positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass der Körper auch bei windigen Verhältnissen nicht so schnell auskühlen kann.

Atmungsaktivität

Irgendwann kommt jede noch so atmungsaktive Jacke an ihre Grenzen. Das hat nichts mit einem bestimmten Hersteller oder schlechten Jacke zu tun. An einem bestimmten Punkt kann eine Membran einfach kein Wasser mehr nach außen abgeben, das hat physikalische Gründe (Gasaustauschrate und Dampfdruckgefälle, mehr dazu hier).

Unter der Arc’teryx Alpha AR habe ich selten geschwitzt, ein unangenehmes Gefühl von Feuchtigkeit unter der Jacke kaum wahrgenommen. Klar ist es hier und da dazu gekommen, dass ich vor allem bei steilen Anstiegen geschwitzt habe und es unter der Jacke warm wurde. Kaum zu vermeiden. Daher finde ich die Unterarmreißverschlüsse, die bei einer solchen Hardshelljacken mittlerweile Standard sind, praktisch. Wenn es steil bergauf geht, einfach die Reißverschlüsse öffnen und so könnt ihr einfach für zusätzliche Kühlung und Luftzirkulation sorgen.

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Die aktuelle Kollektion der Arc’teryx Alpha AR; Quelle: Arc’teryx

Fazit zum Test der Arc’teryx Alpha AR

Die Jacke ist super! Keine Frage. Eher solltet ihr euch Gedanken machen, ob ihr eine solche Jacke für eure Touren benötigt. Für Tageswanderungen oder Wanderungen, die nicht unbedingt im höchstalpinen Gelände stattfinden, reicht auch eine Hardshelljacke, die nicht in der obersten Gore-Tex Kategorie angesiedelt ist. Dann seid ihr auch mit Maximal 300€ gut bedient.

Für mich spielte beim Kauf eine Rolle, dass ich seit Jahren in die Alpen fahre, hochalpine Touren mache und auch einige Trekkingtouren zum damaligen Zeitpunkt geplant waren (und noch einige mehr geplant sind), die vor allem mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken die Jacke beanspruchen. Daher war es mir wichtig, dass die Jacke dem Stand halten kann, um nicht alle zwei Jahre eine neue Jacke kaufen zu müssen.

Ich bin mit der Arc’teryx Alpha AR voll zufrieden und es gibt aktuell keinen Grund für mich, über eine andere Hardshelljacke nachzudenken.


Pro

  • sehr robust – keine Abnutzungsspuren nach über einem Jahr
  • komplett wasserdicht
  • hohe Bewegungsfreiheit

Contra

  • raschelt recht laut (ist aber der 3-Lagen-Konstruktion geschuldet)
  • nicht die günstigste Jacke am Markt

Wir haben zwei Artikel über Gore-Tex veröffentlicht, die euch bei der Wahl der richtigen Jacke helfen sollen. Im ersten dreht sich alles um die physikalischen und chemischen Funktionsweisen einer Membran, also ein rein theoretischer Artikel. Im zweiten geben wir euch ein paar Praxis-Tipps mit an die Hand, wie ihr die richtige Regenjacke finden könnt.


Hier gibt es die Arc’teryx Alpha AR zu kaufen.*

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Die Jacke habe ich selbst gekauft und wurde mir nicht vom Hersteller zur Verfügung gestellt!

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