Der Birgeler Urwald – immer noch ein Geheimtipp?

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Ein Urwald in Deutschland? Ja! Der Birgeler Urwald bietet sich zum Wandern definitiv an. Wenn ihr jetzt glaubt, dass ich euch damit die Spannung genommen habe: nein, denn ihr wollt ja auch wissen warum! Ich war im Birgeler Urwald wandern, einfach weil dieses Naturschutzgebiet von Aachen aus sehr entspannt mit dem ÖPNV zu erreichen ist. Als Student habe ich kein Auto und bin daher auf andere Möglichkeiten angewiesen. Alles andere wäre auch Luxus… Unter dem Motto „Besser spät als nie“ ist der Artikel entstanden, die Tour habe ich bereits im November des vergangenen Jahres gemacht.

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Was und wo ist der Birgeler Urwald?

Naturerlebnisse hoch neun.

Der Birgeler Urwald ist ein Rundwanderweg der „Wasser.Wander.Welt.“ und liegt in der Nähe von Wegberg im Kreis Heinsberg. Zu diesem Wegenetz gehören neun verschiedene Wanderwege im Naturpark Maas-Schwalm-Nette am Niederrhein an der Grenze zur Niederlande.

Details zur Wanderung:

Länge: 15,48km

Dauer: 4:30h

Höhenmeter: ↑171m und ↓171m

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Moment! Wieso schreibe ich oben, dass ich 15,48km unterwegs war und auf der Karte steht 14,9km?

Magie!

Nein, natürlich nicht. Ich habe die Wanderung auch gefilmt und musste daher ein paar extra Meter laufen, um die Kamera zu positionieren. So ist das schwere Leben als YouTube-Outdoorer. Das Video findet ihr am Ende des Artikels (also artig weiterlesen, dann habt ihr euch das Video auch verdient…).

Der Weg durch den Urwald

Zugegeben, einen Urwald wie beispielsweise im Amazonas-Gebiet findet ihr hier nicht vor. Dennoch ist der Wald auffällig alt und erinnert stellenweise tatsächlich an einen Urwald. Aber nicht nur der Wald ist eines Blickes würdig. Während der gesamten Wanderung ist die Landschaft sehr abwechslungsreich und es lohnt sich, immer wieder Pausen zu machen. Auch wenn der Wald überwiegt und nur Wald kann auch monoton sein.

Der offizielle Startpunkt ist an NABU-Station Haus Wildenrath. Ob ihr den Weg im Uhrzeigersinn oder entgegen wandert, ist völlig egal. Ihr kommt in beide Richtungen am Ausgangspunkt wieder an. Ihr werdet es kaum glauben, aber das hat ein Rundwanderweg so an sich. Aber zurück zum Birgeler Urwald: Schon nach wenigen Metern stand ich mitten im Wald, die Straße lag hinter mir und ich hatte nur noch die Natur um mich herum.

Ich habe schnell die Außenwelt vergessen können, da ich unter der Woche auch komplett alleine (Anfang November 2017) auf dem Weg unterwegs war. Nur die zwitschernden Vögel und das Laub unter den Füßen machten Geräusche. So soll es auch sein!

Wallfahrtskapelle Birgelner Pützchen

Der Weg führt an der Wallfahrtskapelle Birgelner Pützchen vorbei. Die wunderschöne kleine Kapelle dient auch heute noch als Wallfahrtsort (die erste Wallfahrt datiert aus dem Jahr 1718). Dem siliziumhaltigen Wasser, das ihr an der rechten Außenwand der Kapelle bekommen könnt, wird vor allem für Augenleiden heilende Kräfte nachgesagt.

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Danach führte mich der Weg durch den Kreuzweg weiter. Und immer verläuft der Weg über sehr schön angelegte Wege. Der folgende Westwall zeugt auch heute noch mit Schützengräben und Bunkerresten von der Vergangenheit und den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg.

Zum Abschluss der Wanderung im Birgeler Urwald führt der Weg noch über einen Holzsteg durch ein Hochmoor – unberührte Natur (bis auf den Steg versteht sich). Nochmals ein Highlight zum Abschluss. Der Weg ist generell recht flach – am Niederrhein auch nicht sonderlich verwunderlich. Nur der Abschnitt zwischen Westwall und Hochmoor ist ein wenig hügeliger, aber nichts, was euch davon abhalten sollte, die Wanderung in Angriff zu nehmen.

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Fazit zur Wanderung durch den Birgeler Urwald

Ich muss ein Lob an die Wegplaner aussprechen. Abwechslungsreiche Wege durch Wald, über Felder, Wiesen und Holzstege. Wanderherz, was willst du mehr? Natürlich gibt es auch auf diesem Weg auch breite Wirtschaftswege und einen kurzen Abschnitt über Asphalt, aber das lässt sich in Deutschland wohl kaum vermeiden. Diese gehen in der ansonsten tollen Weggestaltung auch unter. Lediglich die ein oder andere Bank zum Rasten fehlte mir.

Ob der Weg noch ein Geheimtipp ist? Ich glaube nicht, denn mittlerweile wandern viele Menschen dort und dass der WDR einen Film über die Rundwanderung gedreht hat, ist für einen Geheimtipp sicherlich nicht förderlich.

Dennoch ist der Weg einen Ausflug definitiv wert! Gerade im Herbst, wenn ihr durch den verfärbten Wald lauft oder im Frühjahr, wenn alles blüht, werdet ihr auf dem Premium-Wanderweg viel Spaß haben – das Premium-Siegel trägt der Weg zurecht. Es lohnt sich!

Und hier ist auch das versprochene Video:

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Solltet ihr noch weitere Schilderungen und Eindrücke zu diesem Weg haben wollen, schaut bei NRW-Experte Timo und seinem Blog „Rastlos – der Wanderblog“ vorbei.


Allgemeine Informationen

Anreise und Abreise

Wie in der Einleitung bereits ganz kurz erwähnt, habe ich Bus und Bahn gewählt, um von Aachen aus zum Birgeler Urwald zu gelangen. Vom Aachener Hauptbahnhof (ebenso von Aachen Schanz oder Aachen West) mit der Regionalbahn (RB33) bis Heinsberg und dort einfach den Bus (Linie 413) nach Wildenrath nehmen. Bei mir war die Bahn tatsächlich pünktlich und so war ich in 1:15h von Aachen aus am Startpunkt.

Am Haus Wildenrath gibt es auch einen Wanderparkplatz. Eine Anreise mit dem Auto ist also auch kein Problem.

GPS-Track

Den GPS-Track könnt ihr hier herunterladen (hier klicken).

Anmerkung: Der Weg ist so gut ausgeschildert, dass ihr euch auch ohne GPS-Track nicht verlaufen werdet.

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Kommentare (5)

  • radioscout 4 Monaten ago Antworten

    Danke für den schönen Bericht und das schöne Video.
    Ich war schon oft zum Cachen in diesem schönen Wald. Gibt es den Cache an der Kapelle noch?

    Viele Grüße von Aachen nach Aachen!

    Thomas 4 Monaten ago Antworten

    Hallo nach Aachen aus (momentan) Lissabon!

    Sehr schön, dass es dir gefallen hat. Ob es den Cache noch gibt, kann ich dir leider gar nicht beantworten, darauf habe ich nicht geachtet.

    Beste Grüße
    Thomas

  • Timo 4 Monaten ago Antworten

    Hey Thomas!

    Sehr schöner und ehrlicher Beitrag. Ich teile deine Meinung auf ganzer Linie – der Birgeler Urwald ist definitiv eine Wanderreise wert. Zugegeben beneide ich dich ein bisschen um die Menschenleere, die du während deiner Tour, mit Ausnahme des bekloppten Mofafahrers, genießen durftest.
    Als NRW-Wanderer bin ich sehr auf deine nächsten „Rund-um-Aachen“-Touren gespannt … auch wenn die sicher noch ein bisschen auf sich warten lassen 😉

    Liebe Grüße aus Köln,
    Timo

    Thomas 4 Monaten ago Antworten

    Hey Timo!

    Ist richtig, die weiteren Touren „verzögern“ sich gezwungenermaßen ein wenig. Aber das ist nicht so schlimm, die Wege rund um Aachen laufen so schnell ja nicht weg 😉
    Hattest du auch das Gefühl, dass die ein oder andere weiter Bank nicht geschadet hätte? Oder bin ich einfach blind durch die Gegend gelaufen? (Weil ich nur Augen für die Natur hatte)

    Viele Grüße ins Rheinland
    Thomas

    Timo 4 Monaten ago

    Hey Thomas!

    Auch beim Thema der Bänke stimme ich dir zu – die waren leider wirklich etwas rar gesät. Aus diesem Grund habe ich auf einem recht unbequemen aber hoch gelegenen Gulli-Deckel am Wegesrand (direkt am alten Bahndamm, an den großen Feldern) Pause gemacht.
    War okay, aber auf Dauer irgendwie doch unbequem. Da besteht, für eine derart familienfreundliche Wanderung, doch noch etwas Nachholbedarf.

    Viele Grüße,
    Timo

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