Wandern auf der Sophienhöhe

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Wandern im rheinischen Braunkohlerevier? Und das auch noch 200 Meter höher als das umliegende Gebiet? Ja das geht! Und zwar auf der Sophienhöhe bei Jülich. Dieses Mal waren wir aber nicht alleine unterwegs, sondern zusammen mit Timo vom Rastloswanderblog, NRW-Experte und Fernsehstar (immerhin war er schon zwei Mal beim WDR zu sehen). Spaß beiseite, es hat uns sehr viel Freude bereitet, mit Timo zu wandern und so eines sei vorweggenommen: es wird nicht das letzte Mal gewesen sein!

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Die Sophienhöhe

Die Sophienhöhe ist keine natürlich Erhebung in der doch eher flachen Tagebauregion. Seit 1978 wird die Sophienhöhe aus dem Abraum des Tagebau Hambachs aufgeschüttet und forstlich rekultiviert. Einzelne Lichtungen und kleine Seen durchbrechen den Wald. Mit diesem Projekt sollte ein Naherholungsgebiet geschaffen werden und wir finden das ist auch gelungen.

Der höchste Punkt der Sophienhöhe liegt bei 302 Metern ü. NN. Heute wird das Abraummaterial nicht weiter auf die Sophienhöhe aufgeschüttet sondern in die bereits ausgekohlten Teile des Tagebaus gekippt. Auf einer Fläche von 13 Quadratkilometern erstrecken sich 100 Kilometer Wanderwege. Das ganze bewegt sich meist auf Forst- und Wirtschaftswegen, aber etwas Anderes hatten wir auch nicht erwartet, daher konnten wir auch nicht enttäuscht werden. Das Wanderwegenetz findet ihr auf der Webseite der Stadt Jülich als Download.

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Quelle: oekopunkte.net

Los geht’s!

Da ihr jetzt wisst, wo wir waren und was die Sophienhöhe eigentlich ist, können wir mit der Wanderung starten. Jannik und ich sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis XXX gefahren. Dort hat uns Timo eingesammelt und die letzten 10 Kilometer haben wir bis zum Startpunkt unserer Wanderung mit dem Auto zurückgelegt. Startpunkt für uns war der Wanderparkplatz Höller Mühle.

Timo hat die Route rausgesucht und auf sein GPS-Gerät geladen. Das war auch gut so. Wir haben uns verquatscht und sind an der ein oder anderen Abzweigung falsch gelaufen, wie uns ein Blick auf das GPS-Gerät verraten hat. Alleine und ohne GPS hätten wir uns ohne Timo auf jeden Fall heillos verlaufen und wären nie wieder am richtigen Parkplatz rausgekommen.

Die Wege sind unterteilt in kürzere Wanderungen (Nr. 1-3, 2-4 Kilometer) und längere Wege (Buchstaben A-H, 5-10 Kilometer). Wir haben und für den Weg F und kleinere Abstecher entschieden, zum Beispiel zum Stein-Kompass. So standen am Ende 13 Kilometer auf dem GPS-Gerät. Uns haben zwischendurch ein paar Übersichtstafeln gefehlt, auf denen man den eigenen Standort festmachen könnte. Eine haben wir nur direkt am Parkplatz gesehen. Das ist vor allem dann interessant, wenn man wie wir mehrere Wege kombiniert und sich so besser orientieren kann. Vielleicht haben wir diese aber auch nur übersehen, weil wir mit wichtigeren Dingen beschäftigt waren…

Der Aufstieg zum höchsten Punkt der Sophienhöhe

Genusswandern war es am heutigen Tag nicht. Das hatte zum einen mit dem Wetter zu tun, es war sehr ungemütlich. Sehr windig mit heftigen Böen und dadurch recht frisch, aber immerhin trocken. Zum anderen mussten wir erst einmal diesen Berg hoch. Auf unserer Route standen die zu überwindenden 230 Höhenmeter vom Parkplatz (Höhe 71m ü.NN) zum höchsten Punkt auf 302 Metern direkt zu Beginn an. Immerhin wurde uns direkt warm! Danach verlief der Weg aber flach.

Bevor wir am Römerturm, dem höchsten Punkt der Sophienhöhe ankamen, ging es für uns über das Höller Horn, das in Mitten einer Wüste steht. Plötzlich standen wir auf einer Lichtung aus Sand und Steinen, wo nur noch vereinzelt kleine Sträucher stehen.

Zitat Jannik: „Das ist die kälteste Wüste Deutschlands“

Und mitten drin stand die rheinische Version des Gipfelkreuzes, eine Konstruktion aus Holz. Zusammen mit dem ungemütlichen Wetter sah die ganze Szenerie sehr unwirklich aus. Hier könnte man sich auch auf die Apokalypse vorbereiten…

Der Römerturm: höchster Punkt der Sophienhöhe

Vom Römerturm hat man eine wunderschöne Aussicht, sofern das Wetter passt. Wir durften diese nicht bestaunen, ansonsten hätten wir bis Köln, Aachen und in die Eifel sehen können. Aber man kann ja auch nicht alles haben – Apokalypse und schönes Wetter ergibt eben wenig Sinn!

Der Römerturm auf 302 Metern ü. NN ist ein kleiner Aussichtsturm aus Stein gebaut, der (wer es von euch genau wissen will) auf dem Steinstraßer Wall steht.

Danach ging es für uns noch ein Stück weiter und vorbei an einem freien Wildgehege (Tiere haben wir nicht gesehen), bis wir an einer geschlossenen (Schutz-)Hütte (den Namen wissen wir bis heute nicht) unsere Mittagspause machten. Timo war bestens vorbereitet, wusste er doch, dass wir eigentlich immer auf unseren Touren einen Kaffe trinken. Die Rechnung hatte er aber ohne uns gemacht, denn wir hatten unseren Kaffee vergessen…

Aber Timo hatte genug für alle dabei und so konnten wir neben unserer Brotzeit auch einen Kaffee genießen. Gewärmt hat der Kaffee auf jeden Fall und danach machten wir uns auf den Weg zum Stein-Kompass. Zuerst wanderten wir aber am ehemals höchsten Punkt der Sophienhöhe vorbei, das alte Gipfelkreuz zeigt diesen Punkt noch heute.

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Der Stein-Kompass

Der Stein-Kompass liegt nicht mehr auf dem Weg F, sondern ist ein kleiner Umweg, den wir gelaufen sind. Vermutlich sollte dieser Steinkreis die Himmelsrichtungen zeigen, aber könnten wir fliegen, hätte sich dies aus der Luft einfacher nachweisen lassen. Und dann hätten wir auch erkannt, dass es kein Kompass ist, sondern statt der Himmelsrichtungen die Buchstaben des Tagebaubetreibers zeigt.

Vorbei an der Wetterstation des Forschungszentrums Jülich und am keltischen Baumhoroskop ging es für uns zurück auf die Route F. Aber wie ihr seht, dort oben ist einiges geboten. Es gibt noch einiges mehr, was wir nicht gesehen haben (13 Quadratkilometern sind eben schon echt viel). Dazu zählen ein Mammutwald oder auch mehrere Rodelbahnen.

Kurz vor dem Ziel gelangten wir wieder auf den selben Weg, den wir auch auf dem Hinweg gewählt hatten. Während des Abstiegs merkten wir dann Stück für Stück wie der Wind nachließ, beziehungsweise einfach durch den Wald abgehalten wurde. Ohne Wind ist es unterwegs schon wärmer!

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Fazit

Wem 13 Kilometer für einen Wochenendspaziergang nicht zu viel sind, sollte sich eine Wanderung auf die Sophienhöhe in der jülicher Börde raussuchen. Die Wege sind tatsächlich langweilig, da es – wie bereits oben erwähnt – fast nur über Wirtschaftswege geht. Aber dieses Mal hat uns das nicht gestört, konnten wir so nebeneinander laufen und uns unterhalten. Insgesamt war es eine sehr schöne Tour über die Sophienhöhe, die selbstredend landschaftlich nicht mit einer natürlichen Umgebung mithalten kann, sich aber als künstlich geschaffenes Naherholungsgebiet sehen lassen kann! Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß und damit geht noch einmal an Dankeschön an Timo! Einen Tourenbericht zu der Wanderung findet ihr auch auf seinem Blog.

Und einen letzten Hinweis wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten: wir haben die Tour auch wieder einmal gefilmt und diese könnt ihr hier samt kleiner Anekdote sehen!

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