Cool, anstrengend, witzig, langweilige Wege – das reicht als Fazit würden wir sagen.

Das Fazit zum Eifelsteig

Nein, natürlich reicht das nicht als Zusammenfassung. Wir wollen zurückblicken auf 12 erlebnisreiche Tage, auf 330km wandern und wollen auf folgende Fragen eingehen:

  • Wie ist die Wegebeschaffenheit?
  • Kann die Natur mit beispielsweise Norwegen mithalten?
  • Zelt oder doch besser Ferienwohnung?
  • Was ist die beste Jahreszeit?
  • Ist die Tour zu empfehlen?

Punkt 1: Die Wege

Es gibt sie die schmalen Wanderpfade auf dem Eifelsteig – ja tatsächlich. Leider viel zu selten muss man sagen. Häufiger hätten wir uns eine andere Wegführung gewünscht, abseits der breiten Wirtschaftswege. Klar muss man beachten, dass beispielsweise im Hohen Venn nicht einfach der Weg im Naturschutzgebiet mitten durch ein Hochmoor gelegt werden kann, aber es gibt sicherlich Lösungen, nicht drei oder vier Kilometer schnurgeradeaus laufen zu müssen.

Hohes-Venn-geradeaus-fazit

Auf dem gesamten Eifelsteig setzen sich die Wege folgendermaßen zusammen:

  • 15% Hartbelag
  • 56% Spazierwege
  • 29% Wanderpfade

(Die Daten haben wir aus dem Wanderführer Eifelsteig von Hikeline* zusammengerechnet)

Hieran lässt sich schon ganz gut erkennen, dass es oft über Wirtschaftswege geht. Aber es gibt natürlich auch wunderschöne Etappen, wo man überwiegend nur auf Wanderpfaden unterwegs ist. Gerade die Etappen von Gerolstein über Daun nach Manderscheid und weiter bis zum Kloster Himmerod sind sehr, sehr schön zu laufen und bieten darüber hinaus auch eine wunderschöne Natur. Eins sei gesagt: Die Eifel ist ein Gebirge und entsprechend steil geht es an einigen Stellen zu, ein Zuckerschlecken ist es nicht! Und wie es immer so ist: alles, was ihr runterlauft, müsst ihr später wieder hoch!

Punkt 2: Die Natur

Womit wir schon beim nächsten Punkt unseres Fazits sind: die Natur. Natürlich ist die Frage oben ein wenig überspitzt formuliert. Die Eifel mit Norwegen vergleichen? Wir denken: warum nicht? Die Natur in Skandinavien ist eben eine andere als in der Eifel, aber beide Landschaften sind schön! An Bächen, Flüssen, Seen vorbei durch Wälder, Hochmoore bis nach Trier. Wir denken, es gibt schlimmere Flecken auf der Erde. Auch die landschaftlichen Veränderungen von der Nordeifel über die Vulkaneifel bis in die felsige Südeifel zeigt der Eifelsteig eindrucksvoll. Pluspunk!

Natur-Eifelsteig-Fazit

Punkt 3: Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Eifelsteig

Ein Dach über dem Kopf findet man auf dem Eifelsteig immer, da müsst ihr euch keine Gedanken machen – der „Premiumwanderweg“ lässt grüßen. Schwieriger wird es, wenn ihr, wie wir, das Zelt dabei habt. Leider kann man den Eifelsteig nicht so wandern, dass man am Ende eines jeden Tages auf einem Campingplatz endet. In der Nordeifel funktioniert das noch sehr gut, danach wird es problematischer und ab Manderscheid gibt es auf dem Weg keinen Campingplatz mehr bis nach Trier. Daher haben auch wir zweimal in einer Ferienwohnung übernachtet, wir hätten stattdessen auch einfach zweimal mehr wildcampen können. Die Nächte in einem Bett waren aber auch eine schöne Abwechslung. Unsere Empfehlung: Nehmt das Zelt, es macht mehr Spaß!

Zelt-Fazit

Punkt 4: Die beste Jahreszeit

Die „beste“ Jahreszeit gibt es vermutlich nicht. Wir waren mit unsere Wahl Anfang April sehr zufrieden, da wir fast den gesamten Steig über alleine gelaufen sind, es waren kaum Wanderer unterwegs. Die Temperaturen zum Wandern waren auch sehr angenehmen und nicht zu heiß. Mit unserer Ausrüstung für den Eifelsteig wurde uns auch nachts bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht zu kalt. Der Frühling ist für eine solche Tour sehr schön, die Pflanzen fangen an zu blühen und die Natur ist direkt noch lebendiger. Alternativ können wir uns den Herbst auch sehr gut vorstellen, vor allem wenn die Blätter anfangen, sich in die typischen Herbstfarben zu verfärben.

Wer bei 30 Grad und knallender Sonne am liebsten wandert, kann natürlich auch im Hochsommer laufen, es gibt auch Menschen, die sind den Eifelsteig im Winter im Schnee gelaufen – jedem das Seine. Also ihr seht, die perfekte Jahreszeit gibt es sicherlich nicht, gegen den Frühling spricht von unserer Seite auf jeden Fall nichts. Fazit: zur Not geht’s immer!

Punkt 5: Das Schlussplädoyer

Ist der Steig zu empfehlen? Das sollten wir uns differenziert anschauen. Für diejenigen unter euch, die das erste Mal eine Mehrtages-Trekkingtour geplant haben, könnte es durchaus sehr anspruchsvoll werden. Einige Etappen sind echt anstrengend und auf 15 Tage (offiziell) hintereinander wandern ist der Körper nicht unbedingt eingestellt. Fangt lieber langsam an, schaut euch den Neanderlandsteig an (den Tipp haben wir von Soultrails bekommen: seinen YouTube-Kanal findet ihr hier). Deutlich weniger Etappen und nicht so anspruchsvoll – als Einstieg optimal!
Für die Profis unter euch, die schon häufiger solche Touren gemacht haben, ist der Eifelsteig definitiv zu langweilig, lohnt sich nicht!

Und wie ihr aus den letzten Sätzen herauslesen konntet, spricht die Strecke genau diejenigen an, die schon ein wenig Erfahrung mit Mehrtagestouren gemacht haben und die ihr Leistungsvermögen einschätzen können. Ansonsten bieten sich vor allem die Etappen ab Gerolstein bis zum Kloster Himmerod oder die Etappe von Monschau an den Rursee als Tagestouren an.

Unser persönliches Fazit zum Eifelsteig

Wir hatten trotz der teils langweiligen Wege viel Spaß! Und so viel sei gesagt: es war sicherlich nicht die letzte Tour. In näherer Umgebung bietet sich der Rheinsteig als ein Ziel an, seid gespannt! Habt ihr Fragen zum Eifelsteig? Schreibt uns oder lasst einen Kommentar da!

Wir hoffen, die Artikelserie hat euch geholfen und einen Einblick in die Höhen und Tiefen des Eifelsteigs zu geben…


Hier geht es zu den weiteren Artikeln unserer Eifelsteig-Serie:


Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

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