Merinowolle statt Synthetikfasern? Ja!

wolle-merino-merinowolle-trekkinglife-02

Was ist Merinowolle? Warum ist Wolle zum Wandern geeignet? Wir wollen in diesem kurzen, aber (so hoffen) wir informativen Artikel auf die Funktionen und Eigenschaften von Merinowolle und Wolle im Allgemeinen eingehen.

wolle-merino-merinowolle-trekkinglife-02

Quelle: Pixabay

Eigenschaften von Merinowolle

Was ihr wahrscheinlich schon wusstet: Merino ist eine Wollfaser. Wolle hat im Gegensatz zu Synthetikstoffen eine deutlich höhere Wärmeleistung. Dazu kommt, dass Wolle auch im feuchten Zustand noch isoliert. Das ist optimal, wenn ihr schwitzt oder einen Regenschauer abbekommen habt, bei dem ihr nicht schnell genug die Regenjacke zur Hand hattet.

Wollfasern besitzen eine temperaturregulierende Eigenschaft, sodass kein Hitzestau entstehen kann und stets ein angenehmes Klima auf der Haut herrscht. Dadurch, dass Merino eine sehr feine Faser ist, tritt (auch wegen der Verarbeitung der Wolle) das typische Kratzen von Schafwolle nicht auf. Eine weitere sehr positive Eigenschaft von Wolle ist, dass diese keine Gerüche aufnimmt. Somit stinkt das Shirt auch nach einem langen, anstrengenden Wandertag nicht. Einmal kurz auslüften und am nächsten Tag könnt ihr weiter wandern. Wir mussten unsere Merinoshirts auf unserer Tour in Schweden (immerhin 10 Tage am Stück) nicht ein einziges Mal auswaschen.

Warum wärmt Wolle?

Was bekannt sein dürfte: Wolle wärmt. Nicht umsonst tragen wir im Winter alle gerne Wollprodukte (wenn diese nicht kratzen…). Schauen wir uns das genauer an: Merinofasern haben eine wellenartige Struktur. Dazu kommt, dass die Fasern gekräuselt sind. Bis zu 50 dieser Kräuselungen pro Zentimeter gibt es, was dazu führt, dass die Fasern locker aufeinander liegen und Luft zwischen ihnen eingeschlossen wird. Diese Luftkammern lassen die Körperwärme nicht nach draußen, da Luft sehr schlecht Wärme leitet.

Warum kühlt Wolle?

Was vielleicht ein wenig ungewöhnlich klingt: Wolle kühlt. Echt jetzt? Ja! In einem Satz: Merinowolle kühlt im Sommer, weil Verdunstungskälte entsteht. Aber was heißt das genau? Merinowolle kann bis zu einem Drittel ihres eigenen Trockengewichts Feuchtigkeit aufnehmen. Die Fasern sind hygroskopisch – sie binden die Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Diese Feuchtigkeit wird im Inneren der Fasern eingelagert, daher bleibt die Oberfläche der Fasern trocken. Tritt im Sommer die bekannte Hitze auf, verdunstet die Feuchtigkeit und es entsteht Verdunstungskälte. Folglich trägt sich auch im Sommer die Wolle sehr angenehm.

wolle-merino-merinowolle-trekkinglife-04

Weitere Einsatzbereiche von Wollprodukten

Mittlerweile wird Wolle nicht mehr nur ausschließlich bei den Baselayern oder Isolationsjacken eingesetzt, auch Schlafsäcke oder gar Jacken, die als dritte und damit äußere Schicht verwendet werden, werden aus Wolle produziert. Bei Schlafsäcken kommt die Wolle – wenig überraschend – als Füllmaterial daher. Dabei hat die Faser allerdings kaum einen Vorteil gegenüber Synthetik- oder Daunenfüllungen (höheres Gewicht, größeres Packmaß). Im Vergleich zu Daune hat Wolle aber eine vergleichbare Wärmeleistung.

Interessanter sind hingegen die Jacken aus Wolle, genauer gesagt Loden. Loden ist ein extrem dicht gewebter Wollstoff (beispielsweise Schurwolle). Die Dichte des Materials führt dazu, dass dieses deutlich robuster ist als herkömmliche Wollprodukte, die wir alle aus den Einkaufsläden kennen. Dazu kommt, dass Loden bis zu einem gewissen Grad winddicht und wasserabweisend ist. Der Wind wird, ähnlich dem Prinzip bei Membranen wie Gore-Tex, durch die “verästelten“ Fasern abgelenkt und wieder nach draußen geleitet, ohne jemals auf der Haut angekommen zu sein. Natürlich deutlich nachhaltiger als eine Gore-Tex-Membran.

Pflege von Wollprodukten

wolle-merino-merinowolle-trekkinglife-01

Quelle: Pixabay

Waschen von Wolle ist keine Wissenschaft. Allerdings ist hier natürlich ein wenig Vorsicht geboten, aber schwierig ist es nicht. Merinoshirts beispielsweise könnt ihr problemlos in der Waschmaschine waschen, ja sollten sogar in der Waschmaschine gewaschen werden. Bei einem 30-Grad-Wollprogramm und einem Wollwaschmittel seid ihr auf der sicheren Seite. Wichtig ist das Wollwaschmittel, da herkömmliche Waschmittel Enzyme enthalten, die der Wolle schaden. Die mechanische Beanspruchung bei einer Handwäsche ist für die Wollfasern deutlich höher und langfristig leidet die Wolle darunter. Daher solltet ihr – wenn ihr auf die Handwäsche zurückgreift – ganz vorsichtig die Wollprodukte waschen und auf keinen Fall am Ende auswringen, sondern einfach flach zum Trocknen auslegen.

Lodenprodukte solltet ihr eigentlich gar nicht waschen. Habt ihr einen Fleck, beispielsweise Dreck, auf dem Stoff, ist es am sinnvollsten diesen Eintrocknen zu lassen und anschließend auszureiben. Ansonsten einfach an der frischen Luft auslüften lassen, das bewirkt schon Wunder.

Generell gilt aber: schaut in das Etikett, dort findet ihr die Waschanleitung für das entsprechende Wollprodukt.

wolle-merino-merinowolle-trekkinglife-05

Quelle: Pixabay

Alles in allem hat Wolle nur Vorteile gegenüber einer Synthetikfaser, wenn es zum Beispiel als Funktionsshirt eingesetzt wird. Daher haben wir beide auch immer ein Merinoshirt als 1. Schicht auf der Haut an. Das ist einfach klasse! Dazu kommt, dass Merinowolle natürlich und nachhaltig ist. Merinowolle kann sogar komplett abgebaut werden!

Weiterführende Artikel zum Thema „Merinowolle“ findet ihr hier:


Im nächsten Artikel, der in den kommenden Tagen online geht (UPDATE: dieser ist jetzt online: „Testbericht: Merinoshirt von Dilling!„, nehmen wir ein Merinoshirt von Dilling genauer unter die Lupe. In diesem Testbericht erfahrt ihr dann, ob sich die Shirts von Dilling hinter dem Marktführer Icebreaker verstecken müssen (Achtung Spoiler: nein!).

Das könnte Euch auch interessieren

Keine Kommentare

    Hinterlasse einen Kommentar