Mit der Vorbereitung ist es noch nicht getan! Der mit Abstand wichtigste Teil auf einer solchen Mehrtagestour ist die Ausrüstung, auch wenn auf dem Eifelsteig natürlich keine hochalpinen Ansprüche gestellt werden. Das galt natürlich auch für uns, denn in der Eifel mussten wir auf alle Wetterlagen vorbereitet sein – vor allem im April.

Der Artikel ist aber sicherlich nicht nur für den Eifelsteig gültig, auch bei anderen Mehrtagestouren werden wir auf diese Ausrüstung zurückgreifen. Wir gehen im Text nur auf die aller wichtigsten Sachen ein, was wir im Detail an Ausrüstung alles dabei hatten, findet ihr hier in unserer Eifelsteig-Packliste.

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Bekleidungsschichten

Wir haben uns an das Zwiebelprinzip gehalten: drei Lagen Bekleidung. So kann man auf jede Witterung flexibel reagieren. Unsere Anforderung an das Material: Robust muss es sein, schließlich wollen wir beispielsweise das Zelt nicht nach dieser einen Tour wegschmeißen müssen. Regendichtigkeit muss natürlich an allen Ecken und Enden gegeben sein, das fängt beim Zelt an, geht beim Rucksack weiter und schließt natürlich auch die dritte Kleidungsschicht mit ein.

1. Schicht: Base-Layer

Als erste Bekleidungsschicht, im neudeutschen Base-Layer, sollte ein Funktionsshirt dienen, welches am besten aus Merinowolle besteht, da Wolle im Gegensatz zu Synthetikstoffen geruchsneutral ist und mehrere Tage getragen werden kann, ohne unangenehm zu riechen. Wir hatten alle Merino-Shirts an und waren vollsten zufrieden – Wolle ist immer noch am besten. Es muss auch nicht immer das teure Shirt von Icebreaker sein, die günstigeren Shirts von Dilling sind ebenso gut.

2. Schicht: Mid-Layer

Als zweite Schicht solltet ihr eine isolierende Schicht einsetzen. Auch hier eignen sich Produkte mit Merinoanteil, wir haben aber auf das altbekannte Fleece gesetzt, da dies bei kühleren Temperaturen sehr gut warmhält. Und im April kann es auch in der Eifel durchaus noch ziemlich kalt sein, wir haben auch schon bis in den Mai Schnee in der Eifel erlebt – wir haben natürlich gehofft um den Schnee herum zu kommen! (Ob das geklappt hat? Da müsst ihr Wohl oder Übel weiterlesen…) Trotz alldem wollten wir auf jedes Wetter vorbereitet sein. Thomas hatte statt einer zweiten Fleecejacke, wie Jannik und Malte, eine synthetisch isolierte Jacke von Arc’teryx (Atom LT)* dabei.

3. Schicht: Shell-Layer

Nun, mit diesen zwei Schichten waren wir natürlich noch nicht gegen Wind und Regen geschützt, dafür musste noch eine passende Jacke herhalten. Dafür eigenen sich Hardshelljacken, ob zwei-, zweieinhalb- oder dreilagig, kommt auf die Anforderungen an.

Jannik hatte als Wetterschutz eine 2-lagige Jacke von Jack Wolfskin (Albit Hardshell) dabei. Für Trekkingtouren sind diese Jacken völlig ausreichen, sind wasser- und winddicht und da muss keine hochalpine 3-Lagen-Jacke her. Thomas hatte zum Test aber eine solche 3-lagige Hardshelljacke von Arc’teryx (Alpha AR)* dabei, da diese auch noch für weitere Touren in den Alpen oder Skandinavien zum Einsatz kommen soll. Ein Testbericht hierzu wird auf jeden Fall folgen.

Ähnliches Zwiebelprinzip der drei Schichten gilt an den Beinen. Wir mussten in der Eifel nicht so sehr darauf achten, in der Arktis waren wir dann doch nicht unterwegs. Daher haben wir auf einfache Wanderhosen gesetzt, die bequem waren und genügend Bewegungsfreiheit garantierten. Jannik hatte eine Jack Wolfskin Hose an und Thomas ist den Eifelsteig mit einer Softshellhose von McKinley gegangen.

Die Schuhe

Weiter zur Ausrüstung gehören natürlich Schuhe, barfuß geht auch, ist aber sicherlich nicht immer angenehm. Über die Schuhe müssen wir eigentlich nicht viele Worte verlieren. Dass eine solch lange Tour nicht mit komplett neuen Schuhen absolviert werden darf, sollte klar sein – es sei denn, ihr steht auf Blasen an den Füßen. Daher: Einlaufen ist neben gut gepolsterten Wandersocken Pflicht! Neben unseren Wanderschuhen hatten wir auch Joggingschuhe dabei, auf der ein oder anderen Etappe waren wir auf ewig langen Wirtschaftswegen echt dankbar.

Der passende Rucksack

Die Rucksäcke, die wir momentan haben, waren für unseren Zweck auf jeden Fall groß genug. Malte ist mit einem Rucksack von Deuter und einem Volumen von 40+10l unterwegs gewesen. Jannik hatte ebenfalls einen Deuter-Rucksack (ACT 55+10)* dabei, wohingegen Thomas auf den Highland XT 60* von Jack Wolfskin mit einem Volumen von 60+10l zurückgegriffen hat. Der kleinste hatte natürlich den größten Rucksack…Bei einer solchen Rucksackgröße müsst ihr definitiv schon aufpassen nicht zu viel Zeug mitzunehmen, was eine Gefahr von zu großen Rucksäcken darstellt. Nehmt den Rucksack lieber eine Nummer kleiner. Überlegt euch lieber Stück für Stück, ob ihr gewisse Dinge wirklich auf einer solchen Tour braucht. Sortiert eure Ausrüstung aus. Als Hilfe dient euch unsere Packliste.

Hier ist es auch wichtig, dass ihr auf den perfekten Sitz am Rücken achtet, am besten eignet sich ein flexibles Tragegestell, welches sich individuell auf eure Rückenlänge anpassen lässt. Mittlerweile haben aber eigentlich alle Hersteller ein solches System im Sortiment. Wir waren mit unseren Rucksäcken zufrieden, aber wir werden euch keine Kaufempfehlung für Rucksäcke geben. Jeder Mensch hat eine andere Anatomie. Daher solltet ihr in ein Fachgeschäft gehen und testen, mit welchem Rucksack ihr euch am wohlsten fühlt. Aber das nur am Rande…

Leicht, stabil und wasserdicht – das Zelt

Weiter geht’s mit unserer Eifelsteig-Packliste: Kommen wir zu unserem Dach über dem Kopf. Zu dritt hatten wir zwei Zelte dabei. Wir wollten natürlich ein möglichst leichtes Zelt, am besten unter 2 Kilogramm, welches windstabil und wasserdicht ist und dabei nicht so viel kostet – quasi die eierlegende Wollmilchsau. Letztlich haben Malte und Thomas im Robens Merlin* geschlafen und Jannik im Norskskin Teltta.

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Schlafsack und Isomatte

Die Isomatte ist schnell abgehandelt. Wir hatten alle die gleiche Matte: die Therm-a-Rest ProLite*. Klein, leicht und bequem! Jannik und Malte hatten einen Daunenschlafsack dabei. Vorteil hier natürlich das geringe Gewicht und kleine Packmaß. Thomas hat in einem Kunstfaserschlafsack geschlafen. Vorteil hier ist natürlich, dass auch bei einem nassen Schlafsack die Isolationsleistung in einem gewissen Maß erhalten bleibt.

Technik

Bleibt noch unsere Ausrüstung in Sachen Technik. Dazu haben wir bereits einen Artikel geschrieben, auch ein YouTube-Video gibt’s dazu. Daher möchten wir hier nicht viel näher darauf eingehen.

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Ausrüstung hat ihr Gewicht

Am Ende hatten wir jeder etwa 11-12 Kilogramm Gepäck, ohne Wasser und Verpflegung. Das ist natürlich nicht ultra-leicht, aber das war auch nicht unser Anspruch. Bedenkt aber auch, dass wir Schlafsack, Isomatte, Zelt oder auch Kocher zusätzlich dabei hatten. Mit einem Packesel hätten wir es auf der Tour deutlich einfacher gehabt, so viel sei gesagt. Unterwegs haben wir ein paar Esel gesehen, und der Gedanke war schon verlockend…

Wir könnten noch so viel mehr über unsere Ausrüstung schreiben, aber das sprengt hier den Rahmen. Aber es werden noch viele Artikel und Testberichte über Ausrüstung, und auf was ihr dabei beim Kauf achten solltet, folgen.

Solltet ihr noch nicht eingeschlafen sein beim Lesen: endlich starten wir. Die Etappenbeschreibungen 1 bis 6 findet ihr hier.


Hier geht es zu den weiteren Artikeln unserer Eifelsteig-Serie:

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Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

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