Anstrengend ist der Trail! Der Wanderweg vom Königsseeufer in Schönau über die Kührointalm und den Rinnkendlsteig nach St. Bartholomä ist anspruchsvoll, steil und fordernd. Ganze 5:30 Stunden waren wir unterwegs.

Traumhafte Ausblicke und ein wunderschöner Wanderweg machen die Tour zu einem echten Highlight im Nationalpark Berchtesgaden. Am Fuße des Watzmannmassivs ist auf dem Rinnkendlsteig aber Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefordert. Der Steig führt durch die Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden und ist stellenweise drahtseilversichert mit fantastischen Ausblicken auf den Königssee.

Jannik blickt nach oben auf dem Weg zum Grünstein

Inhaltsverzeichnis

  1. Details zur Rinnkendlsteig Wanderung
  2. Aufstieg über den Grünstein
  3. Zwischenziel Kührointalm
  4. Der Rinnkendlsteig – ausgesetzt und felsig
  5. Abstieg nach St. Bartholomä
  6. Geheimtipp: Königsbachfälle

1. Details zur Wanderung auf dem Rinnkendlsteig

Länge: 11,8km

Dauer: 05:30h

Höhenmeter: ↑906m und ↓883m

Es ist möglich, den Rinnkendlsteig von beiden Richtungen aus zu wandern. Wir haben uns für den Startpunkt am Königsseeufer in Schönau entschieden. Für den Rückweg haben wir das Boot von St. Bartholomä zurückgenommen. Genauso könnt ihr aber auch morgens mit dem Boot nach St. Bartholomä fahren und von dort über den Rinnkendlsteig zurück nach Schönau wandern.


2. Aufstieg über den Grünstein

Wie immer, wenn wir am Königssee in Berchtesgaden sind, haben wir auch diese Nacht im Zelt in unserem Basislager „Campingplatz Grafenlehe“ verbracht. Nach einer ruhigen Nacht konnten wir nach unserem Frühstück gestärkt starten.

Das Frühstück war auch bitter nötig denn es ging direkt los in Richtung Rinnkendlsteig, und zwar steil vom ersten Meter an. Am Seeufer entlang, vorbei an der berühmt berüchtigten Rodel- und Bobbahn am Königssee verliefen die ersten 200 Höhenmeter bis zum Einstieg zum Klettersteig Grünstein auf einem breiten Wanderweg. Anstrengend war es trotzdem! Erst danach sind wir auf einen kleinen Trail abgebogen und gefühlt (vermutlich nicht nur gefühlt) wurde es direkt noch steiler…

Blindschleiche auf dem Rinnkendlsteig

Nach einer kurzen Begegnung mit einer Blindschleiche folgten wir einem schmalen, felsigen Pfad. Es ging in Serpentinen steil bergauf in Richtung der Grünsteinhütte. Dort kann man sehr gut einen Pause machen, dafür müsste man einen Umweg von etwa 10 Minuten in Kauf nehmen. Wir haben uns morgen um 10 Uhr die Einkehr gespart und sind weitergelaufen. Das Radler sollte dann später auf uns warten…

Zum Glück empfanden wir den Trail beide als sehr anstrengend, sodass wir fast immer gleichzeitig stehen blieben, um nach Luft zu schnappen und nebenbei den schönen Ausblick auf das Berchtesgadener Land zu genießen.

Rinnkendlsteig-Ausblick
Während des Aufstiegs hinauf zum Grünstein und weiter zur Kührointalm bot sich ein spektakuläres Wolkenbild

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir zum Glück ein kleines Waldstück, in dem der Weg es nett mit uns meinte. Durch den Wald führte der Weg hier nur leicht bergauf und teils sogar eben – erinnerte uns sehr stark an den Eifelsteig.

Im Waldstück kurz vor der Kührointalm blitzt die Sonne durch die Bäume
Im Waldstück kurz vor der Kührointalm blitzte immer wieder die Sonne durch die Bäume.

3. Zwischenziel Kührointalm

Kurze Zeit später erreichten wir die Kührointalm. Dort gibt es ein kleines Informationszentrum zum Nationalpark Berchtesgaden. Also wirklich klein, ein Raum. Aber sehr interessant! Auch hier verzichteten wir auf das Pausenbier (verrückt). Stattdessen bildeten wir uns kulturell in der Infostelle des Nationalparks Berchtesgaden fort.

Das erste Zwischenziel - die Kührointalm
Der Blick zurück auf die Kührointalm
Blick auf den Watzmann und seine drei Hauptgipfel
Von der Kührointalm gibt es auch einen fantastischen Blick auf den Watzmann und das Watzmannhaus.

4. Der Rinnkendlsteig – ausgesetzte Stellen und felsig

Nachdem wir die Kuhweide an der Kührointalm überquert hatten, war die Archenkanzel nicht mehr weit. Dies ist ein Aussichtspunkt, der etwa 15 Minuten von der Alm entfernt liegt und einen fantastischen Ausblick auf den Königssee und St. Bartholomä liefert.

Hier konnten wir ganz alleine den Ausblick genießen. Bei einer heißen Tasse Kaffee und einer deftigen Brotzeit regenerierten wir uns ein bisschen, um für den harten Abstieg bereit zu sein – und das war auch notwendig. Denn der Rinnkendlsteig beginnt erst ab hier offiziell.

Hier haben wir die Kamera auch in den Rucksack gepackt, um die Hände frei zu haben (und weil es zu regnen anfing). An der ein oder anderen Stelle braucht ihr die nämlich.

Rinkkendlsteig_Abstieg
Nach ein paar Metern auf dem Rinnkendlsteig

5. Abstieg nach St. Bartholomä

Die nächsten zwei Stunden ging es den Rinnkendlsteig nur bergab, von etwa 1400m auf Seehöhe (600m), aber das Ganze nicht gemütlich sondern über einen als „Schwarze Route“ markierten Steig. Das heißt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit in Absturzgelände sind absolute Vorraussetzung. Entsprechend vorsichtig sind wir über den teils drahtseilversicherten Steig quer durch eine fast senkrechte Wand mit ausgesetzten Stellen abgestiegen.

Der anspruchsvollste Teil der Wanderung sind etwa 100 Höhenmeter, die mit Drahtseilen und Metalltritten gesichert sind. Die Passage hat Spaß gemacht, forderte natürlich auch die Konzentration. Hier sollte aber äußerste Vorsicht geboten werden, denn an dieser Stelle ist der Rinnkendlsteig gefährlich. Es gab auf dem Weg auch schon Unfälle, und das wollen wir ja aller vermeiden.

Problematischer wurde der Abstieg noch durch einsetzenden Regen, was den ohnehin schon rutschigen Weg noch rutschiger machte – und links von uns ging es immer wieder mehrere Hundert Meter nach unten. Die letzten 200 Höhenmeter abwärts verliefen in Serpentinen durch ein Waldstück, bei trockenen Bedingungen sicherlich angenehm zu laufen (sofern man nicht in die andere Richtung nach oben läuft).

Der Regen der letzten Wochen hat den Boden aber aufgeweicht und auch die feuchten Wurzeln auf dem Weg sind gefährlich, oder wie Jannik zu pflegen sagt:

Attention, slippery ground!

Ob das so grammatikalisch richtig ist, sei mal dahingestellt, aber es trifft den Nagel auf den Kopf, rutschig war’s! Insgesamt ist der Weg aber gut machbar, da die schwierigsten Stellen mit einem Drahtseil gesichert sind und somit sind wir letztlich ohne größere Schwierigkeiten am Seeufer wieder angekommen. Lediglich trittsicher und schwindelfrei müsst ihr hier definitiv sein!

St. Bartholomä liegt mitten im Königssee und ist sowohl über den Rinnkendlsteig als auch mit dem Boot erreichbar
Das Ziel: St. Bartholomä am Königssee

Wenn ihr einen genauen Eindruck über den Weg haben wollt, schaut in unser Video rein!

Rinnkendlsteig – Wanderung in Berchtesgaden

6. Die Königsbachfälle – ein Geheimtipp

Nachdem wir uns zusammen mit vielen anderen Touristen einen Platz in einem Boot gesichert hatten, das uns zurück nach Schönau gebracht hat, haben wir uns noch auf den Weg zu den Königsbachfällen gemacht. Das Stop-Schild, das eigentlich den Weg für beendet erklärt, haben wir gekonnt ignoriert und sind weitergelaufen.

Wir nennen bewusst nicht die Stelle und den genauen Weg wie ihr dort hingelangt.

Es hat aber seinen guten Grund, denn der Weg wird nicht mehr gepflegt und die ursprünglich vorhandenen Drahtseile wurden entfernt, sodass wir teils auf Steinen im Wasser am Ufer des Königssee balanciert sind, aber wir sind angekommen und es hat sich gelohnt! Die Kaffeepause an den Königsbachfällen mit herrlicher Aussicht, war sicherlich schon jetzt eines der Highlights der Tour! Aber seht selbst:

Königsbachfälle_Rinnkendlsteig
Kaffeepause_Königssee_Rinnkendlsteig

Der Tagesabschluss war mehr als gelungen und nach ein wenig Kletterei waren wir auch schnell wieder in Schönau zurück am Campingplatz, das Sandmännchen kam nach diesem langen Tag ziemlich schnell… Aber erst nach dem Radler.


Hier findet ihr unsere weiteren Tour im Nationalpark Berchtesgaden:

Autor

Seit meiner frühesten Kindheit fahre ich in die Alpen, das Wanderfieber hat mich also schon früh gepackt und stets begleitet. Mittlerweile ist es aber eben nicht nur bei Tagestouren in den Alpen geblieben, wie ihr hier auf dem Outdoorblog lesen könnt. Aktuell studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen, der Blick geht aber schon wieder in Richtung der nächsten Wandertouren, also bleibt dran!

4 Kommentare

  1. Tolle „Doppeltour“. Zum Königsbach Wasserfall bin ich persönlich noch nicht gegangen. Da würde mich die Route mal interessieren.

    • Thomas Antworten

      Hallo Mike! Einfach am Malerwinkl-Asublick geradeaus weiterlaufen, dann kommt irgendwann ein Schild „Stop! Lebensgefahr“ (da der Steig nicht mehr kontrolliert wird und verfällt) Dieses ignorieren und nach ein bisschen Balancieren über Steine im Königssee kommst du nach etwa 20 Minuten an den Wasserfall

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